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Christian Longardt zum Gesundheitswesen

Leitartikel Christian Longardt zum Gesundheitswesen

Gesundheit ist das höchste Gut. Wer einmal schwer krank war und das Glück genießt, vollständig genesen zu sein, der sieht das Leben mit anderen Augen. Ist dankbar für die Hilfe, die ihm oder ihr zuteil wurde, von pflegenden Angehörigen und medizinischem Fachpersonal. Weiß durch Arztbesuche und Klinikaufenthalte aber auch, woran das Gesundheitswesen krankt – bei aller Qualität und Effizienz, um die man uns weltweit beneidet.

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Christian Longardt ist Chefredakteur der Kieler Nachrichten.

Quelle: KN

Wir Schleswig-Holsteiner haben exzellente Ärzte und hervorragende Krankenhäuser, viele Menschen reisen zur Kur oder Reha an Nord- und Ostsee, damit es ihnen besser geht; von den 30 größten Arbeitgebern im Norden kommt ein Dutzend aus der Gesundheitsbranche, 180 000 Menschen gibt dieser Sektor Arbeit – und doch ist es gerade der Mangel an Personal, den die Patienten beständig beklagen.

4600 Leserinnen und Leser haben den Fragebogen zur Aktion „Fit & Gesund“ ausgefüllt, herzlichen Dank dafür! Rund 85 Prozent sind mit den Krankenhäusern zufrieden. Zwei Drittel halten aber zugleich überlastete Pflegekräfte für das größte Problem in den Kliniken, auf Rang zwei landete ein verwandtes Thema: Ärzte haben zu wenig Zeit. Ganz ähnlich ist die Sicht auf die Praxen: Die hausärztliche Versorgung wird zwar überwiegend gelobt, langes Warten und der Zeitdruck des Behandlers stehen jedoch oben auf der Mängelliste. Zwar bewerten Stadtbewohner die Lage im Durchschnitt besser als Leser vom Land – die Botschaft aber bleibt dieselbe, ob aus Dorf oder Großstadt: Patienten wünschen sich Zuwendung, Nähe, Menschlichkeit. Einen gut erreichbaren Arzt, der sich Zeit nimmt und zuhört; Schwestern, die nicht von Bett zu Bett hetzen müssen. Krankheiten sind oft Schicksal, für das niemand etwas kann – Studien zeigen aber auch klar den Zusammenhang zwischen gesundheitsfördernder Lebensweise und der Wahrscheinlichkeit von Herzinfarkt, Krebs, psychischen Leiden und vielem mehr. Anders gesagt: Wir können etwas für unser Wohlbefinden tun. Was genau, lesen Sie jetzt zwei Wochen lang. Heute im ganzen Blatt, ab Montag in einem täglichen Extraheft. Wir gehen ausführlich auf die Volkskrankheiten ein, vor allem aber möchten wir Wege zeigen, um fit zu bleiben, Stress abzubauen, Beschwerden zu lindern. Vorträge, Debatten und kostenlose Bewegungsangebote runden das Programm von „Fit & Gesund“ ab.

Vor fast 250 Jahren, als die Beschwernisse des Alltags noch ganz andere und die ärztlichen Methoden deutlich beschränkter waren, schrieb der Holsteiner Dichter Matthias Claudius einen wunderschönen Leitsatz fürs Leben, der auch im 21. Jahrhundert noch aktuell ist:

Und all das Geld und all das Gut gewährt zwar viele Sachen,  Gesundheit, Schlaf und guten Mut kann’s aber doch nicht machen.

In diesem Sinne: Viel Freude bei unseren Aktionswochen – und bleiben Sie gesund!

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