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Christian Longardt: Dies ist Ihre Zeitung

In eigener Sache Christian Longardt: Dies ist Ihre Zeitung

Von Wetter bis TV: Chefredakteur Christian Longardt erklärt Ihnen hier, warum wir die Zeitung mit der Sonnabendausgabe noch einmal verändert haben.

Als wir vor fünf Monaten zum ersten Mal im neuen Design erschienen, haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit Lob und Kritik nicht gespart. Die Reaktionen reichten von Begeisterung bis zu blankem Entsetzen, von einer Eins mit Sternchen bis zur glatten Sechs. Ganz ehrlich: Damit hatten wir gerechnet. Doch egal wie die Bewertung auch ausfiel, bei allen Gesprächen und fast jeder Zuschrift haben wir gespürt, wie viel Ihnen die Zeitung, Ihre Zeitung bedeutet. Und das hat uns mächtig gefreut.

Wie viele Experten haben unserer Branche schon das Ende prophezeit, wie viele kluge Köpfe orakelt, das gedruckte Blatt habe angesichts der digitalen Revolution nur noch eine geringe Restlaufzeit? Da war es eine Wohltat zu hören, dass wir bei vielen von Ihnen weiterhin zur Familie gehören. Dass Zeitung lesen eben mehr ist als die Aufnahme von Informationen – immer wieder ließ man uns wissen, dass das Produkt unserer Arbeit, gedruckt oder als ePaper, auch im 21. Jahrhundert für viele Menschen ganz fest zum Tagesablauf gehört. Ein lieb gewordenes Ritual, eine Ruhezone in einer Zeit, in der sich alles schneller und schneller dreht.

In lebhafter Erinnerung ist mir der Leser geblieben, der erzählte, er schlafe immer ein wenig länger, während seine Frau schon zum Postkasten schleicht und beim Kaffee das Blatt studiert. Dann faltet sie die Seiten fein säuberlich zusammen und legt sie dem Liebsten im Ehebett aufs Kissen. Der räkelt sich irgendwann, tastet sich zum Blatt und beginnt zu lesen. Erst Hägar, dann Sudoku, in dieser Reihenfolge.

Ja, die Rätsel! Wie vielen von Ihnen das Raten wichtig ist, war eine große Überraschung. Als das Querdenker-Rätsel auf den Donnerstag verschoben wurde, brach ein Sturm der Entrüstung los. Für andere war ein Blatt ganz ohne Schach und Bridge unvorstellbar. Und dann natürlich das Wetter: Die kleine Sonne kam nach Protesten schnell zurück auf die Titelseite. Was blieb, war die vielstimmige Frage: Was soll bloß das Wetter im Sportteil?

Liebe Leserinnen und Leser, es hat ein wenig gedauert, aber mit der heutigen Ausgabe liegt der Beweis auf dem Frühstückstisch: Wir sind lernfähig; wir haben uns Ihre Kritik zu Herzen genommen.

Von heute an steht der Wetterbericht auf den Schleswig-Holstein-Seiten. Am Rate-Sonnabend („Da haben wir doch Zeit zum Rätseln“) gibt es wie früher eine ganze Seite, mit dem heiß geliebten Querdenker. Bridge und Schach feiern immer donnerstags ihr Comeback. Und bei der Gelegenheit erfüllen wir noch zwei weitere oft genannte Wünsche: Das Fernsehprogramm findet sich jetzt wieder auf einem Buchrücken – täglich am Ende des Sportteils. In den KN-Lokalausgaben außerhalb Kiels steht zur besseren Orientierung wieder im Seitenkopf, aus welchen Orten jeweils berichtet wird.

Die Blattrenovierung war fällig, dabei bleibt es. Aber wir haben noch einmal umgebaut, einige Möbel zurück ins Wohnzimmer gestellt. Damit sie sich zu Hause fühlen in Ihrer Zeitung.

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Ein Artikel von
Christian Longardt
Chefredakteur

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