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Martina Drexler zum Flughafen-Streit

Kommentar Martina Drexler zum Flughafen-Streit

Der Kieler Flughafen ist eine Geschichte von wenigen Höhenflügen, vielen Turbulenzen und langem Stillstand. Genau genommen handelt es sich auch nicht mehr um einen Flughafen, seit 2006 die letzte Linienmaschine von Holtenau abhob.

Viele Jahre spaltete davor der geplante Ausbau der Startbahn die Stadt, bis ausgerechnet CDU-Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz den Stopp der Pläne verkündete, beflügelt vom grünen Kooperationspartner. 2010 entwickelte Volquartz’ Nachfolger Torsten Albig als SPD-Oberbürgermeister die Idee eines Gewerbeparks, um auf dem Areal flugaffine Unternehmen ansiedeln zu können.

Die Grünen, jetzt wieder mit der SPD im Mehrheitsbündnis, nahmen dies zähneknirschend hin, weil sie schon damals die Vision eines neuen Stadtteils im Kieler Norden hatten. Das wäre aber nur ohne den subventionierten Flugbetrieb möglich gewesen, was die SPD wiederum verhinderte. Beide einigten sich auf eine Ampelregelung: Sie bedeutete, dass die Luftverbindung immer wieder auf den Prüfstand samt Ausstiegsszenario gestellt wurde. Seitdem sank die Beschäftigtenzahl auf 73. Und: Kein Unternehmen mit Nähe zur Luftfahrt hat sich neu angesiedelt. Es sind auch solche Zahlen, die die Grünen jetzt ins Feld führen, um ihre Forderung nach Schließung zu untermauern.

Was sie aber auch belegen, sind die Folgen, wenn ein Flugbetrieb immer wieder zum Zankapfel wird, weil der politischen Mehrheit schlicht der Mut zur klaren Entscheidung fehlt. Seit sechs Jahren ist Stillstand programmiert, um den Kooperationsfrieden zu wahren: Den Unternehmen fehlt die Planungssicherheit, eine Entwicklung als Gewerbegebiet mit Landebahn ist blockiert. Jetzt sollte ein Gutachten die Hängepartie beenden und eine eindeutige Kursbestimmung liefern. Doch die Rechnung ging bekanntlich wegen des „Patts“ nicht auf.

Da weiterhin jeder auf seiner Position beharrt, sollen es die Bürger richten, wenn gar nichts mehr geht. Es wäre ein Offenbarungseid für die gewählten Politiker, die damit Verantwortung abgäben und die Streitfrage wieder in die Warteschleife schickten. Der grüne Kreisvorsitzende Johannes Albig nannte einen Bürgerentscheid die letzte Möglichkeit für einen Kompromiss: „Wir haben aber die Aufgabe, uns zu einigen“, sagte er. Dabei gäbe es eine breite politische Mehrheit für den Fortbestand des Flughafens.

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Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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