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Martina Drexler zum Sozialbericht

Kommentar Martina Drexler zum Sozialbericht

Wir leben in Kiel in einer Stadt, in die Zehntausende täglich zum Arbeiten oder Studieren pendeln, die wächst und sich verjüngt. Dies alles sind Indizien dafür, wie stark die in der Vergangenheit oft als fade und grau verrufene Landeshauptstadt an Attraktivität gewonnen hat.

Zu Recht: Ob baulich, kulturell oder touristisch – vieles hat sich verändert und sorgt heute für Glanzlichter in der Stadt. Der Sozialbericht liefert aber nicht nur Daten über die Sonnenseiten, sondern auch über die vielfältigen Problemfelder wie steigende Arbeitslosigkeit oder hoher Anteil von Leistungsempfängern. Manches war schon bekannt, auch die traurigste Zahl, dass in Kiel jedes dritte Kind von Sozialhilfe abhängig ist, mit all den bekannten Negativ-Folgen für Gesundheit, Bildung und Zukunftsperspektiven. Der Bericht lässt wie unter dem Brennglas erkennen, wo und in welchen Bereichen der Handlungsbedarf am größten ist, damit sich die soziale Spaltung nicht weiter vertieft. Gut, dass die Verwaltungsspitze die Daten nicht unkommentiert veröffentlicht, sondern klar benennt, wo sie plant, politisch einzugreifen. Sie geht dabei unkonventionelle Wege, wie etwa Anlaufstellen für Nachbarschaftshilfe zu organisieren: Und wenn sich kein anderer Investor findet, will sie selbst Wohnungen bauen für Mieter, die auf dem normalen Markt kaum Chancen haben. Erfolg können die Modelle jedoch nur dann haben, wenn ganz viele Bürger mitziehen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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