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Martina Drexler zur Absage an die Stadtregionalbahn

Kommentar Martina Drexler zur Absage an die Stadtregionalbahn

Endlich hat einer den Mut, die Notbremse zu ziehen. Spätestens seit dem Ausstieg von Rendsburg-Eckernförde standen die Signale für die Stadtregionalbahn auf Dunkelrot. So kommt die Abkehr des Kieler Oberbürgermeisters Ulf Kämpfer von dem rot-grün-blauen Wunschprojekt alles andere als überraschend.

Die fast 400 Millionen Euro teure Bahn hätte nur dann eine Chance gehabt, wenn es gelungen wäre, eine breite politische Mehrheit auch in der Nachbarschaft für sie zu begeistern. Das aber ist gründlich schief gegangen. Nach vielen Jahren Dauerstreit begann die Stadtregionalbahn, die Kiel und die Nachbarn eigentlich enger verbinden sollte, immer tiefer zu spalten. Sie zog nur virtuell ihre Kreise, schreckte durch die immensen Kosten ab und wurde im Umland als rein Kieler Projekt begriffen.

Die Stadt Kiel hat viel Geld durch die Projektplanung in den Sand gesetzt. Trotzdem ist es richtig, dass Kämpfer seine Entscheidung mit einem Bekenntnis zur Schiene verbindet. Denn auch die größten Gegner einer Stadtregionalbahn konnten der Idee eines Verkehrsverbindung rund um die Förde schon angesichts der Zehntausenden von Pendlern viel abgewinnen. Und es gibt Städte, in denen solche Schienensysteme auf Erfolgskurs fahren. Die Stadtregionalbahn ist tot, es lebe die Stadtbahn? Vielleicht. Ein Neustart könnte gelingen, aber nur dann, wenn man Lehren aus dem Scheitern zieht, sich eng mit den Nachbarn abstimmt und den Bürgern die Vorteile aufzeigt. Denn die gesamte Region braucht dringend ein modernes, attraktiveres ÖPNV-System – mit Bussen, Fähren und Bahn.

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Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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