18 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Martina Drexler zur Migräneforschung

Kommentar Martina Drexler zur Migräneforschung

Es ist keine Übertreibung, wenn Experten Migräneattacken anlasten, etwa eine Million Menschentage in Deutschland täglich „zu zerstören“. Wer nur noch in abgedunkelten Räumen liegen kann und sich vor Schmerzen windet, ist nicht fähig, seinen normalen Alltag zu leben.

Was die Forscher der weltweit größten Migräne-Studie als Meilenstein feiern, gibt ein bisschen Hoffnung, in einigen Jahren gezieltere Therapien zu haben, um das chronische Leiden zu lindern. Denn Wissen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Behandlungsstrategien gegen die Volkskrankheit Kopfschmerzen mit ihren bis zu 250 verschiedenen Arten.

 Eine Zahl macht schlagartig klar, wie entscheidend es ist, dass das wissenschaftliche Verständnis für Ursachen und Entstehen der Krankheit weiter wächst und in der Klinikpraxis ankommt: Achtmal im Jahr ändern verzweifelte Migräne-Patienten ihre Behandlung im Schnitt, ziehen von Arzt zu Arzt oder Wundheiler und probieren alles Mögliche, um die Anfälle zu verhindern: Da lässt man sich Zähne ziehen oder den Hals einrenken und versucht, der Qualen mit Schmerzmitteln in Eigentherapie Herr zu werden – mit der fatalen Folge, womöglich Kopfschmerzen wegen der Medikamentenabhängigkeit zu entwickeln. Noch liegt vieles rund um die Migräne im Dunkeln. Doch eins steht fest: Helfen können nur individuell abgestimmte Konzepte. Die Studie liefert dazu offenbar einen wichtigen Baustein.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus KN-Kommentare 2/3