22 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Martina Drexler zur Personalnot in der Verwaltung

Kommentar Martina Drexler zur Personalnot in der Verwaltung

Dass bei der Landeshauptstadt viele Bedienstete am Limit arbeiten, verwundert nicht. Wer den landesweit höchsten Krankenstand aufweist, muss als Verwaltung zwangsläufig damit rechnen, dass die noch gesunden Mitarbeiter, die immer größere Stapel auf ihren Schreibtischen vorfinden, in Arbeit ersticken.

Die Frage ist nur, wie kommt man aus diesem Teufelskreis von Krankenstand, Überlastung und dadurch folgender Ineffizienz bei der Arbeitserfüllung heraus? Denn die Hauptursache liegt ebenso auf der Hand wie die Tatsache, dass sich an ihr so schnell nichts Grundlegendes ändern wird: Wegen der Sparauflagen hat die verschuldete Stadt etliche Stellen abgebaut, während sie gleichzeitig immer neue Aufgaben von Land und Bund aufgebürdet bekommen hat. Man denke nur an die Quote für die Kinderbetreuung oder an die Bewältigung der Flüchtlingskrise, deren Ausmaß die Prüfer noch gar nicht absehen konnten.

Manche Probleme sind jedoch hausgemacht: Obwohl die Prüfer bereits seit vielen Jahren Aufgabenkritik und eine Gesamtstrategie bei der Personalplanung einfordern, hat sich wenig getan. Das ist fatal, bedenkt man, dass die Stadt schon jetzt den Fachkräftemangel zu spüren bekommt, Stellen viel zu lange unbesetzt bleiben und sich Ausschreibungsverfahren hinziehen, weil es so schwierig ist, geeignete Bewerber zu finden. Der Verwaltung bleibt nicht mehr viel Zeit: Ab 2017 verabschieden sich so viele in den Ruhestand, dass große Lücken entstehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus KN-Kommentare 2/3