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Michael Kluth zum Naturschutzgesetz

Kommentar Michael Kluth zum Naturschutzgesetz

Die Aufregung um die geplanten Neuerungen im Landesnaturschutzgesetz ist weit übertrieben. Kein Bauernhof wird deshalb zugrunde gehen. Die unverhältnismäßige Wut der Bauern scheint eher eine Projektion zu sein: Landwirte stehen massiv unter Druck, weil der Weltmarkt nicht die Milch- und Fleischpreise hergibt, die sie brauchen. Das ist tragisch, aber: Robert Habecks Naturschutzreform hat damit nichts zu tun.

Im neuen Landesnaturschutzgesetz erscheinen insbesondere zwei Änderungen noch erklärungsbedürftig. Erstens: Das Vorkaufsrecht des Landes auf Agrarflächen wirkt willkürlich. Aber wenn der Umweltminister es ernst meint mit dem Artenschutz und erkennt, dass freiwilliger Vertragsnaturschutz nicht die dafür nötigen Ergebnisse zeitigt, dann muss er die Hand enger auf die Flächen legen. Zweitens: Ein Betretungsrecht für jedermann auf Stoppelfeldern erscheint wie ein Widerspruch zum angestrebten Artenschutz. Aber es gilt der Grundsatz, wonach die Natur immer auch der Erholung des Menschen dienen soll. Warum soll das auf Feldern anders sein als in Wäldern?

Im parlamentarischen Verfahren wird der Landtag gewiss noch Hand an die Novellierung des Naturschutzgesetzes legen. Ein Vorschlag zur Güte: Vielleicht können das Vorkaufsrecht und die Betretungserlaubnis zeitlich befristet werden, um zu prüfen, ob die Neuregelungen unerwünschte Nebenwirkungen entfalten. Und nach einer mehrjährigen Probezeit wird neu bewertet.

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Ein Artikel von
Michael Kluth
Ressortleiter Sportredaktion

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