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Patrick Tiede zu den barrierefreien Bushaltestellen

Kommentar Patrick Tiede zu den barrierefreien Bushaltestellen

Wer wie der Kreis Rendsburg-Eckernförde den flächendeckenden Ausbau der Barrierefreiheit im Öffentlichen Nahverkehr kritisiert, riskiert in Zeiten überbordender „political correctness“ Kopf und Kragen. Doch der Aufschrei ist in der Sache berechtigt: Immerhin zwingen UN-Konvention und Bundesgesetzgebung Kreise und Kommunen zu einer ebenso fragwürdigen wie teuren Anpassung Tausender Bushaltestellen.

Und das Land schaut zu und hält sich raus. So kann’s nicht gehen.

Die Sinnfrage ist leicht beantwortet: Bordsteinhöhe, Bodenindikatoren, Bestuhlung und Fahrgastinformation sollten dort angepasst werden, wo es wirklich notwendig ist. Also an jenen Haltepunkten, an denen pro Tag eine bestimmte Anzahl von Fahrgästen auch tatsächlich den Bus nutzt. Wie es in den großen Städten zumeist der Fall ist. Darüber hinaus muss für einzelne Betroffene gerade im ländlichen Raum die Möglichkeit für individuelle Lösungen gelassen werden. Sei es Taxiverkehr, seien es zusätzliche Privatanbieter. Es wäre ein guter Weg, um aus einer abstrakten gesetzlichen Anforderung real wirksame Barrierefreiheit erwachsen zu lassen.

Mit einem gesteuerten Ausbau würde auch die Kostenfrage an Brisanz verlieren. Verkehrsminister Reinhard Meyer müsste nicht mehr jenes Geld in Berlin einfordern, das er am Ende ohnehin nicht bekommt. Und falls doch, könnte man es hervorragend für den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs selbst nutzen – für Menschen mit und ohne Behinderung.

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Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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Barrierefreie Haltestellen
Foto: In Kiel sind viele Haltestellen schon barrierefrei umgebaut worden.

Im Land wächst der Widerstand gegen den verbindlichen barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen. „Die Kreise im Land können die gesetzlichen Vorgaben nicht umsetzen“, sagt CDU-Fraktionschef Daniel Günther.

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