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Patrick Tiede zum Flüchtlingseinsatz der Marine

Kommentar Patrick Tiede zum Flüchtlingseinsatz der Marine

Jedes Leben zählt: Egal, ob es nun von einem italienischen Kapitän, einem philippinischen Schiffskoch oder einem deutschen Soldaten gerettet wird. Tausende Menschen fliehen derzeit über das Mittelmeer, wohl Hunderte ertrinken täglich. Jeder einzelne ist einer zu viel.

Die Kritik des Flüchtlingsbeauftragten Schmidt am Hilfseinsatz des Bundeswehr-Tenders „Terra“ ist deshalb nicht völlig verkehrt, doch sie trifft die Falschen. Sicherlich haben die jungen Soldaten an Bord keine Erfahrung mit derlei Einsätzen. Sie werden Fehler machen, sie werden mit den Folgen zu kämpfen haben, doch sie werden vor allem helfen. Denn dafür sind sie durchaus ausgebildet und dafür ist das hoch spezialisierte Schiff auch ausgestattet – besser als jede Fregatte und jedes Containerschiff. Und: Die Soldaten sind hoch motiviert, sie alle haben sich ohne zu zögern freiwillig gemeldet und werden gemeinsam versuchen, die Aufgabe nach bestem Wissen und Gewissen zu lösen. Dafür kann man nur Respekt zollen.

Das eigentliche Problem ist ein anderes, und hier hat Schmidt durchaus recht: Die Marine einiger weniger Länder kann nicht kompensieren, was die Flüchtlingspolitik eines ganzen Kontinents versäumt. Noch immer gibt es kein abgestimmtes europäisches Seenotrettungsprogramm. Noch immer überlagern nationale Interessen die humanitäre Verantwortung der Gemeinschaft. Es mag „bequem“ sein, ein paar Soldaten zu schicken – doch reichen wird das nicht.

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Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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Tender „Werra“
Foto: Ein letzter Kuss: Die Obermaaten Tim Vongehr (links) und René Friedrich verabschieden sich von ihren Frauen Anna und Isabelle mit den Säuglingen Noah (vier Wochen alt) und Giulian (zwölf Wochen). Eigentlich sollte die „Werra“ den Sommer über im Hafen sein. Jetzt geht es kurzfristig ins Mittelmeer zur Seenotrettung.

Der Sommerurlaub war gebucht. Doch jetzt reichte es nur für einen Kuss auf der Pier. „Ich habe ein Paket mit ein paar Überraschungen mit auf die Reise bekommen.

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