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Patrick Tiede zur Unterkunft für Flüchtlinge auf dem Campus

Kommentar Patrick Tiede zur Unterkunft für Flüchtlinge auf dem Campus

Dass die neue Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Kiel auf dem CAU-Campus entstehen soll, ist die richtige Entscheidung. Der Alternativstandort in der alten Marinetechnikschule in der Wik hätte horrende Baukosten verschlungen und wäre dennoch kaum nachhaltig nutzbar gewesen.

Auf dem Uni-Gelände aber wird nicht nur ein moderner Zweckbau entstehen, in dem später einmal Studenten wohnen können. Hier lässt sich auch Integration wie fast nirgendwo sonst in der Stadt leben. Angefangen von der sprachlichen Förderung über die Verpflegung und Betreuung bis hin zur medizinischen Versorgung.

 Doch damit ist längst nicht alles gut. Dass Kiel jetzt auf Kompensation für die Erstaufnahme drängt und im Gegenzug weniger Flüchtlinge langfristig unterbringen möchte, ist angesichts des angespannten Wohnungsmarktes nachvollziehbar. Zumal in Neumünster und im Kreis Segeberg derzeit entsprechend verfahren wird. Politisch lauter aber ist es nicht. Es sind gerade die großen Städte im Land, die aufgrund ihrer strukturellen Voraussetzungen vorangehen müssen. Wo sonst soll Integration gelingen?

 In ländlichen Gebieten ohne ausreichende schulische und medizinische Anbindung? In Flensburg schaut man schon jetzt darauf, was Kiel in den Verhandlungen mit dem Land durchsetzen kann. Lübeck gibt sich ohnehin eher reserviert. Innenminister Stefan Studt wird hier ein Machtwort in Anlehnung an den Ministerpräsidenten zu reden haben: Die Flüchtlingsfrage mag eine Frage des Geldes sein. Doch sie ist auch eine der Haltung.

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Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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