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Paul Wagner zu den Kosten der Olympia-Bewerbung

Kommentar Paul Wagner zu den Kosten der Olympia-Bewerbung

Das Papier der Hamburger Rechnungsprüfer hat es in sich. Erstmals betrachtet eine Behörde darin nüchtern und ohne Euphorie das Thema Olympische Spiele und ihre Kosten. Und auch, wenn sich die Rechnungsprüfer am Freitag in einer Pressemitteilung zerknirscht zeigten, dass ihr Bericht zu früh öffentlich wurde: Sie haben den Finger zur richtigen Zeit in die Wunde gelegt.

Es ist der Job der Beamten, die öffentlichen Kassen im Auge zu behalten und vor finanziellen Risiken zu warnen. Hamburg ist da ein gebranntes Kind. Das Drama um den Bau der Elbphilharmonie ist an der Elbe allgegenwärtig. Und dass die Spiele nicht zum Schnäppchenpreis zu haben sind, liegt auch auf der Hand.

Dennoch könnten sie ein Gewinn sein. Das sollte man den Menschen sagen und – so wie es viele Initiativen machen – mit den positiven und nachhaltigen Effekten der Spiele werben. Die Segelwettbewerbe 1972 in Kiel haben gezeigt, dass die Infrastruktur einer Region von einem sportlichen Weltereignis über viele Jahre profitieren kann. Für Kiel – die Weltstadt des Segelsports – ist ein Festhalten an der Olympiabewerbung ein Muss, wenn sie seinen internationalen Ruf behalten will. Die Debatte in Hamburg lehrt aber eines: Man muss die Bürger rechtzeitig und offen auch über die Kosten informieren. Nur auf einer solchen Grundlage kann sich ehrliche Begeisterung entfalten.

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Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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