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Paul Wagner zur Entdeckung der Kieler Forscher

Kommentar Paul Wagner zur Entdeckung der Kieler Forscher

Haben Wissenschaftler vom Biochemischen Institut der Kieler Universität die Lösung für eines der drängendsten Probleme der Menschheit entwickelt? Diese Frage lässt sich wohl erst in einigen Jahren beantworten. Aber nur, wenn jetzt entschlossen gehandelt wird. Berlin hat es in der Hand.

Das Bundesforschungsministerium sollte so schnell wie möglich die nötigen Mittel bereitstellen, mit denen der vielversprechende Ansatz der Kieler Forscher zur Herstellung völlig neuer Antibiotika weiter verfolgt werden kann. Denn die nächsten Schritte und Testreihen – lange bevor erstmals erkrankte Menschen behandelt werden können – werden langwierig und teuer. Und sie zeigen zugleich eine unsägliche Lücke bei der Entwicklung neuer Medikamente auf.

Die Pharmaindustrie hält sich nämlich jetzt noch vornehm zurück und springt womöglich erst auf, wenn ein Wirkstoff weit entwickelt und schon kurz vor seiner Zulassung ist. So werden auch in diesem so wichtigen Forschungsbereich Risiken erst sozialisiert und Gewinne dann privatisiert.

Doch das lässt sich so schnell nicht ändern. Umso wichtiger ist es jetzt, dass die Damen und Herren der Fördertöpfe in die Puschen kommen und vielleicht das ein oder andere ebenfalls wünschenswerte Projekt hintanstellen. Denn eines ist klar: In Anbetracht der Dringlichkeit, mit der die Menschen schnell neue Wirkstoffe im Kampf gegen multiresistente Keime brauchen, sollte keine Zeit verloren gehen und allen vielversprechenden Ansätzen ernsthaft nachgegangen werden. Es steht viel auf dem Spiel.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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