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Paul Wagner zur Strategie der Deutschen Bahn

Kommentar Paul Wagner zur Strategie der Deutschen Bahn

Konkurrenz belebt das Geschäft. Diese Wahrheit unseres Wirtschaftssystems bekommt derzeit die Deutsche Bahn deutlich zu spüren.

Während sie auf weiteren Strecken in den vergangenen Jahrzehnten nur mit Autos und Flugzeugen im Wettbewerb um Reisende fuhr, setzen seit etwa zwei Jahren auch viele kleine Busse mit Kampfpreisen auf immer neuen Routen das riesige Unternehmen unter Druck. Gut so. Denn plötzlich kommt Bewegung in den Konzern. Sinkende Gewinne sprechen eine Sprache, die hoch oben im Berliner Bahn-Tower offenbar verstanden wird. Kostenfreies Internet für alle Reisenden, Hunderte neue Züge, bessere Takte, schnellere Verbindungen, kostenfreie Platzreservierung und faire Preise sind die Antworten, die die Bahn ihren Kunden für die kommenden Jahre versprochen hat.

Doch jetzt hat der Konzern erst einmal ein viel drängenderes Problem zu lösen: Die seit Monaten andauernde ungelöste Tarifauseinandersetzung mit der Lokführergewerkschaft GDL ist eine schwere Hypothek, die mit jeder Streikankündigung weitere frustrierte Kunden in die Arme der Konkurrenzunternehmen treibt.

Der Faktor Mitarbeiter zeigt einmal mehr, wo die Grenzen der angekündigten Hochglanz-Strategien und Offensiven zur Kundenbindung liegen. Der schönste und schnellste Zug nützt schließlich keinem, wenn er die Bahnsteigkante nicht verlässt. Und so ist es einmal mehr die wichtigste Aufgabe der Konzernführung, nicht nur in Strecken und rollendes Material zu investieren, sondern auch in die Motivation und die Zufriedenheit der eigenen Angestellten.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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