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Reinhard Urschel zum Alkoholverbot

Kommentar Reinhard Urschel zum Alkoholverbot

Den Teufel Alkohol auszutreiben, haben schon viele Wohlmeinende versucht. Gescheitert sind dabei leider auch viele. Mit Appellen kommt man vielleicht nicht allzu weit, mit Aufklärung kann es schon besser klappen.

Vor ein paar Jahren, als unter Jugendlichen die sogenannten Alcopops schwer in Mode waren, ist es gelungen, den ausufernden Konsum einzudämmen: Über die Steuer wurde der Verkauf verteuert, durch Kampagnen ließen sich junge Konsumenten allmählich davon überzeugen, dass das klebrige Zeugs doch eigentlich ziemlich uncool ist.

Nun hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die CSU-Abgeordnete Marlene Mortler, mal wieder die Idee von einem zeitweiligen Verkaufsverbot in Umlauf gebracht. Auf diese Weise, so stellt sich das die Drogenbeauftragte vor, werde der Alkoholkonsum von Jugendlichen von selbst nachlassen.

Sehr weit herumgekommen in der Welt ist die Abgeordnete aus Bayern wohl nicht. Schon die Prohibition, also das völlige Verkaufsverbot, war einst ein grandioser Misserfolg in den USA. Und wer früher einmal, als in englischen Kneipen noch Sperrzeiten üblich waren, mitbekommen hat, wie rasch sich Menschen „druckbetanken“ können, der kann nicht wirklich an einen Erfolg von zeitweiligen Alkoholsperren glauben.

Aufklärung über die Folgen von Alkoholkonsum im Übermaß bleibt als einzig vernünftiger Weg. Durchaus fantasievoll, jugendgemäß, aber nachdrücklich. Seite 5

Von Reinhard Urschel

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