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Stefan Koch zum Papstbesuch und den UN

Kommentar Stefan Koch zum Papstbesuch und den UN

Amerikas Papst-Begeisterung kommt zum richtigen Zeitpunkt. Mit einem Lächeln rückt Franziskus unmittelbar vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen all die Themen in die Mitte der politischen Debatten, die mit der neuen Agenda 2030 von der Völkergemeinschaft beschlossen werden sollen.

Washingtons Politikbetrieb, der zumeist allergisch auf Vorgaben aus New York reagiert, kommt angesichts des Trubels um den Gast aus Rom kaum zu Wort. Die Leugner des Klimawandels und die Gegner einer Einwanderungsreform dringen mit ihrer Kritik am Papst kaum durch. Sie sehen sich plötzlich einer lautstarken Öffentlichkeit gegenüber, die wie selbstverständlich für einen stärkeren Ausgleich in der Gesellschaft demonstriert.

Dieser Schwung dürfte auch das Treffen der Staats- und Regierungschefs am UN-Sitz beflügeln. Trotz aller übermächtig erscheinenden Probleme gelten die neuen ehrgeizigen Ziele als erreichbar. Eine besondere Rolle kommt dabei auch der Kanzlerin zu: Ihr Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik wird weltweit als starkes Signal verstanden. Schon oft gab es auf UN-Ebene Zielvorgaben, die feierlich beschlossen und schnell vergessen wurden. Doch bei der Agenda 2030 überrascht die Zahl der Staaten, die sich freiwillig zu einem Umdenken verpflichten. Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung der Frauen: Die Maßstäbe, an denen sich alle Staaten messen lassen müssen, werden endlich neu definiert.

Von  Stefan Koch

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