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Sven Detlefsen zum DOC Neumünster

Kommentar Sven Detlefsen zum DOC Neumünster

Direktvermarktung auf der Grünen Wiese und ein riesiges neues Einkaufszentrum in der Innenstadt: Neumünster hat die Weichen für die kommenden Jahrzehnte im Handel gestellt. Großkonzerne mit schmucken Güterzügen rauschten nicht einfach durch die Eisenbahnerstadt, sie machen mit geballter Marken- und Marktmacht dauerhaft Station in der Mitte des Landes. Da dürfte der Zug, um im Bild zu bleiben, für den inhabergeführten, kleinteiligen Einzelhandel in weiten Teilen der Region leider abgefahren sein.

Dass Neumünsters OB Olaf Tauras frohlockt, kann man ihm nicht verübeln. Tatsächlich bringt das Designer Outlet Center (DOC) ganz neue Besucher in die Innenstadt. Dort eröffnet Mitte Oktober die Holsten-Galerie von ECE mit mehr als 22000 Quadratmetern Fläche, 90 Geschäften, Gastronomie und Parkplätzen. Gleichzeitig schließen aber auch viele Geschäfte, weil sie selbst in die Galerie ziehen, oder ihnen bereits jetzt die Puste ausgeht. Die Wucht des Auftritts von DOC und ECE bleibt auf dem regionalen Markt nicht ohne Folgen.

Nach dem Rausch der Investitionen und Einweihungen droht die Ernüchterung. Die Stadt hat viele Hausaufgaben nicht gemacht. Die Anbindung vom DOC an der Südumgehung über die zweispurige Altonaer Straße in die Innenstadt ist mäßig. Und rund um den Großflecken stehen bald viele Läden leer, für Mitte 2016 hat sogar Karstadt die Schließung angekündigt. Das werden sich viele DOC-Shopper nicht ein zweites Mal antun.

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Ein Artikel von
Sven Detlefsen
Ressortleiter Holsteiner Zeitung

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