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Tamo Schwarz zum Sigurdsson-Wechsel

Kommentar Tamo Schwarz zum Sigurdsson-Wechsel

Hatte dieses Märchen nicht gerade erst begonnen? Hatte Dagur Sigurdsson dem am Boden liegenden, dilettierenden deutschen Handball nicht eben erst neues Leben eingehaucht, ihn mit dem Europameister-Titel und Olympia-Bronze wieder salonfähig gemacht? Vorbei! Der statistisch erfolgreichste Handball-Bundestrainer aller Zeiten wechselt ins Land der aufgehenden Sonne.

Aber für den Deutschen Handballbund (DHB) geht das Leben schon irgendwie weiter. Oder? Ja, die Säulen des Erfolges lasten auf einem selten starken Fundament. Die von dem charismatischen Isländer geschaffenen „Bad Boys“ sind talentiert, viele junge Spieler drängen in den Nationalkader. Spieler, für die Sigurdsson ein Näschen hatte, denen er sein Vertrauen schenkte, die er im Zusammenspiel mit zwei starken Co-Trainern zu einer Weltklasse-Mannschaft reifen ließ. Sigurdssons Karma wird fehlen. Auch die exzellente Zusammenarbeit von Liga und Verband sind Bestandteil des Fundamentes. Aus ihr muss nun eine Lösung erwachsen. Eine Lösung, die Gefahren in sich birgt. Schließlich ist mit Bob Hanning ein DHB-Vizepräsident Jurychef von „Deutschland sucht den Supertrainer“, dem auch an der eigenen Machtfülle gelegen ist. Hanning will mitbestimmen. Auch darum hat er den jungen, formbaren Leipziger Christian Prokop (37) zum Wunschkandidaten stilisiert. Doch der Shootingstar der Zunft verfügt über nicht mehr als eineinhalb Jahre Erstliga-Erfahrung. Zu wenig. Für den deutschen Handball geht das Leben schon irgendwie weiter. Oder?

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