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Tamo Schwarz zum Tag des Handballs

Kommentar Tamo Schwarz zum Tag des Handballs

Wirklich eine gute Idee: Ein „Tag des Handballs“, um die 100-jährige Existenz der Sportart in Deutschland zu feiern. Jugend, Frauen, Inklusion, Autogramme, Spiel, Spaß, kunterbunt ... und mittendrin die Stars, die „Bad Boys“, die Europameister, die auf Schweden treffen. 10000 Fans haben sich Tickets für die Arena in Hamburg gekauft. Lasst die Spiele beginnen!

Irgendwie ist das Event an diesem Sonntag dann aber doch nur gut gedacht; es legen sich Schatten über das Wochenende, an dem die Nationalmannschaft bereits am Sonnabend ein Spiel in Göteborg gegen Schweden bestreitet. Der Termin ist mehr als unglücklich, erst in letzter Minute konnte der Bruch zwischen Verband und Nationalspielern von THW Kiel und Rhein-Neckar Löwen abgewendet werden. Zwei Spiele in zwei Tagen – immer werde es, so der besonnen-kluge Löwen-Akteur Patrick Groetzki, „auf dem Rücken der Spieler ausgetragen“. Kiels Patrick Wiencek spricht von einer „Katastrophe“. Am Ende wurden die Akteure der Top-Klubs von einem Lehrgang und den Länderspielen befreit, die Zuschauer in Hamburg müssen sich mit einer B-Auswahl zufriedengeben. Wo „Bad Boys“ draufsteht, ist damit eben nicht „Bad Boys“ drin.

Und der Deutsche Handballbund? Der will sich den Spaß nicht verderben lassen. „Den richtigen Zeitpunkt wirst du nie finden“, sagt DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Ist das so? Ein Wochenende, an dem in Schweden normaler Ligabetrieb herrscht und in letzter Konsequenz zwei nahezu von Stars befreite Nationen gegeneinander antreten, war auf jeden Fall: irgendwie nur gut gedacht.

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Tamo Schwarz
Sportredaktion

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