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Thomas Pfeiffer zu Beckenbauer

Kommentar Thomas Pfeiffer zu Beckenbauer

Wer nichts zu verlieren hat, kann gelassen Fehler zugeben. Wer viel zu verlieren hat, kämpft verzweifelt um seinen Status. Franz Beckenbauer hat viel zu verlieren, sehr viel. Der 70-Jährige ist der einzige Mensch auf dem Planeten, der als Spieler und Trainer Fußball-Weltmeister wurde und eine WM ins eigene Land geholt hat.

Eine Lebensleistung, die seinen Nimbus als Lichtgestalt für immer zu zementieren schien. Die Betonung muss jetzt auf „schien“ liegen. Die Ermittlungen um das unfassbare Ausmaß der Korruption im Weltfußballverband, das nun scheibchenweise bekannt wird, dürften in naher Zukunft die kriminelle Energie diverser Mitglieder der ehrenwerten Fifa-Gesellschaft offenlegen. Das Verfahren der Ethikkommission legt den Verdacht nahe, dass auch der Kaiser in Sachen WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022) Leichen im Keller hat. Vom deutschen Sommermärchen 2006 ganz zu schweigen, in dieser Causa steht die Wahrheitsfindung erst am Anfang.

Bis zur Vorlage von Beweisen und/oder glaubwürdigen Zeugenaussagen gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung. Dennoch ist die dem gesunden Menschenverstand geschuldete Frage legitim, warum ausgerechnet der mega-erfolgreiche Strippenzieher aus München innerhalb der mafiösen Fifa-Strukturen die personifizierte Unschuld sein soll. Von der Lichtgestalt-Metapher könnte nach einem Fegefeuer nur noch ein Häuflein Asche übrig bleiben. Franz Beckenbauer hat sehr viel zu verlieren.

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