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Ulf B. Christen zu den Windkraftgegnern

Kommentar Ulf B. Christen zu den Windkraftgegnern

Die Volksinitiativen der Windkraftgegner kommen nicht aus heiterem Himmel. Die frühere und die jetzige Regierung haben es in den vergangenen Jahren nicht geschafft, die Herausforderungen der Energiewende und die Bedürfnisse der rotorengeplagten Anwohner unter einen Hut zu bringen.

Die rot-grün-blaue Regierung ignorierte den zunehmenden Bürgerfrust und beharrte schlicht auf den geringen Mindestabständen zwischen Windrotoren und Wohnhäusern. Die schwarz-grün-gelbe Regierung will die Abstände zwar etwas vergrößern, hat bisher aber nicht geliefert.

Diese Polit-Flaute erklärt die wachsende Wut vieler Anwohner – und auch das völlig überzogene Ziel eines zehnfachen Mindestabstands (zwei Kilometer bei einer 200-Meter-Anlage). Derart große Tabuzonen würden das Ende der Onshore-Windkraft in Schleswig-Holstein einleiten. Nach alten Rechnungen blieben für Rotoren gerade mal 0,3 Prozent der Landesfläche übrig. Das ist ein Bruchteil der heute windgenutzten zwei Prozent und erkennbar zu wenig, um die Energiewende in Schleswig-Holstein zum Erfolg zu führen. Die amtierende Regierung sollte den Bürgern also möglichst schnell reinen Wein einschenken. Sie muss klar sagen, ob weitere Offshore-Windparks möglich sind. Andernfalls gibt es kaum Spielraum, um Onshore die Energiewende mit einer größeren Akzeptanz in der Bevölkerung voranzutreiben. Das ist die bittere Wahrheit.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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50 000 Unterschriften
Foto: Susanne Kirchhof, Vorsitzende des Vereins Gegenwind, fordert, dass auf jeden Fall der zehnfache Abstand der Anlagenhöhe zwischen einem Rad und jeglicher Wohnbebauung sein muss.

Die Gegner der Windkraft wollen deren Ausbau in Schleswig-Holstein notfalls durch einen Volksentscheid stoppen. Das kündigte die Sprecherin des Vereins Gegenwind, Susanne Kirchhof, gestern im Landeshaus bei der Übergabe von zwei Volksinitiativen mit zusammen knapp 50 000 Unterschriften an.

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