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Ulf B. Christen zu der Verzögerung des Belttunnels

Kommentar Ulf B. Christen zu der Verzögerung des Belttunnels

Deutschland hat sich beim Fehmarnbelt-Tunnel kräftig blamiert. Während die Dänen bei dem Milliardenprojekt in den Startlöchern stehen, kommen die Schleswig-Holsteiner nicht in die Puschen. Nach dem korrigierten Zeitplan können die Bauarbeiten frühestens in vier Jahren beginnen und das auch nur, wenn die Landes-Planungsbehörde ihre Hausaufgaben macht und das Bundesverwaltungsgericht das größte Verkehrsprojekt in Nordeuropa absegnet.

Für die Blamage gibt es mehrere Gründen. Das Kernproblem ist das deutsche Planungsrecht. Es ist inzwischen so aufgebläht und kompliziert, dass Großprojekte kaum noch realisierbar sind oder bis zur Umsetzung Jahrzehnte ins Land gehen. Diese Selbstblockade wird noch dadurch verschärft, dass hierzulande inzwischen wirklich jedes Verkehrsprojekt aufwendig und zeitraubend vor Gericht durchgefochten werden muss. Die Dänen ticken anders. Im Königreich gab es 30 Einwendungen gegen die Tunnelpläne. In Deutschland sind es mehr als 3100.

Die Hiobsbotschaft aus Kiel dürfte in Kopenhagen eine neue Debatte über das Beltprojekt auslösen. Vieles spricht allerdings dafür, dass die Dänen Kurs halten und selbst Mehrkosten in Kauf nehmen, um ihren alten Traum von einer weiteren Direktverbindung nach Zentraleuropa zu verwirklichen. Aber auch die Geduld der Dänen ist nicht endlos. Deutschland sollte deshalb trotz aller Widrigkeiten schnellstmöglich zu Potte kommen.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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