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Ulf B. Christen zum Bau von Flüchtlingslagern

Kommentar Ulf B. Christen zum Bau von Flüchtlingslagern

Die Pläne für Flüchtlingslager in Schleswig-Holstein kommen auf den ersten Blick nicht von dieser Welt. Auf den zweiten Blick wird aber sehr schnell klar, dass Innenminister Stefan Studt die richtigen Folgerungen aus der realen Lage zieht. Auch der SPD-Politiker weiß nicht, wie viele Menschen in den nächsten Monaten noch nach Schleswig-Holstein flüchten und ob es für sie genügend Quartiere gibt.

Deshalb trifft Studt mit Blick auf den nahenden Winter klugerweise Vorsorge. Motto: Wenn schon kein echtes Dach über dem Kopf, dann zumindest eine feste Zeltplane.

Die Pläne für solche Notquartiere sind zugleich ein weiterer Beleg dafür, dass die Belastungsgrenze erreicht ist. Die Zeltstädte verschaffen dem Land, den Städten und Gemeinden eine Atempause von mehreren Monaten. Sie können in dieser Zeit dringend benötigten Wohnraum schaffen und Schlichtbauten hochziehen. In einigen anderen Bundesländern ist die Wohnungsnot noch größer. Ihnen fehlt bisher nur der Mut, öffentlich über Flüchtlingslager nachzudenken.

Nichtsdestotrotz bleibt die Hoffnung, dass die Flüchtlingswelle abebbt. Erste Maßnahmen, etwa die Bund-Länder-Beschlüsse zu schnelleren Abschiebungen, werden in einigen Monaten wirken. Weitere Aktionen dürften folgen, darunter Finanzhilfen unter anderem für Jordanien, um dortige Flüchtlingslager etwas lebenswerter zu machen.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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