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Ulf B. Christen zum Diskriminierungsbericht

Kommentar Ulf B. Christen zum Diskriminierungsbericht

Die Bilanz der Antidiskriminierungsstelle ist auf den ersten Blick schockierend. In mehreren Fällen wurden in Schleswig-Holstein Menschen etwa wegen einer dunkleren Hautfarbe übel benachteiligt. Das ist beschämend, aber auf den zweiten Blick kein Beleg dafür, dass Rassismus und Diskriminierung den Alltag bestimmen. Im Großen und Ganzen sind die 2,8 Millionen Schleswig-Holsteiner ein tolerantes und weltoffenes Völkchen.

Gleichwohl gibt es auch bei uns Nachholbedarf. So verpflichtet das Bundes- Gleichbehandlungsgesetz alle Unternehmen, vom Handwerksbetrieb bis zum Konzern, eine Beschwerdestelle einzurichten. Diese Vorgabe haben bisher leider nur einige Musterbetriebe erfüllt. Dabei kann ein derartiger Kummerkasten einen Beitrag leisten, um die Benachteiligung von Frauen abzubauen. Sie werden im Schnitt immer noch schlechter bezahlt als Männer und haben geringere Karrierechancen.

Hilfreich wäre es zudem, Jobangebote so zu formulieren, dass kein Geschlecht ausgegrenzt wird. Die Suche nach einer „Verkäuferin“ gehört ebenso auf den Index wie die nach einem „Stationsarzt“. Handlungsbedarf besteht auch bei der Polizei. Sie grenzt mit ihren Mindest- und Höchstgrößen aus Tradition Menschen aus, die etwas kleiner oder etwas größer sind als der Durchschnitt. Diese Regelung gehört abgeschafft.

Solche Korrekturen sind zwar kurzfristig kein Allheilmittel gegen weitere Fälle von Diskriminierung. Sie verändern aber langfristig das gesellschaftliche Klima und führen zu mehr Toleranz im Alltag.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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