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Ulf B. Christen zum Erdöl

Kommentar Ulf B. Christen zum Erdöl

Der Rückzug von immer mehr Unternehmen aus der Öl- und Gasförderung in Schleswig-Holstein ist eine gute Nachricht. Angesichts der laufenden Energiewende macht es politisch und ökologisch keinen Sinn, auch noch den letzten Tropfen Öl aus dem Boden zu holen.

Die Zeit der fossilen Brennstoffe geht mit oder ohne Fracking langsam zu Ende. Die Zukunft gehört der Öko-Energie, großen Windparks in der Nordsee, Elektroautos und Wasserstoffzügen. Ein solche Öko-Version spielt für die Ölfirmen naturgemäß eine untergeordnete Rolle. Sie legen ihre Such- und Bohrlizenzen zu den Akten, weil sich die Förderung des „Schwarzen Goldes“ wegen des niedrigen Weltmarktpreises und der hohen Landesabgabe nicht rechnet. Das könnte sich aber schnell ändern, wenn etwa eines der großen OPEC-Länder ausfällt. Um den Ausstieg aus dem heimischen Öl und Gas abzusichern, wäre eine Korrektur des deutschen Bergrechts nötig. Schleswig-Holstein wirbt dafür, kann sich aber bisher im Bund nicht durchsetzen.

Ein Sonderproblem ist die Ölförderung an der Westküste. Sie scheint nach wie vor profitabel zu sein, läuft seit fast 30 Jahren unfallfrei und sichert in Dithmarschen viele Arbeitsplätze. Gleichwohl sollte die Landespolitik versuchen, den Ölhahn auch hier langsam zuzudrehen. Es ist – auch keinem Touristen – zu vermitteln, dass ausgerechnet im Nationalpark Wattenmeer noch mehr als 20 Jahre lang Öl gefördert werden soll.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Foto: Umweltminister Robert Habeck, Vorsitzender der Grünen Landtagsfraktion

In Schleswig-Holstein verfallen immer mehr Förderlizenzen für Erdöl und Erdgas. Nach Angaben des Landes-Umweltministeriums ist von einst 13 Projekten (ohne Wattenmeer) nur noch eines aktuell, und zwar das Bewilligungsfeld Schwedeneck-See.

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