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Ulf B. Christen zum Kurswechsel bei Inklusion

Kommentar Ulf B. Christen zum Kurswechsel bei Inklusion

Gerade in den Schulen ist Qualität wichtiger als Quantität. Das gilt auch für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung. Die Kritik des Landesbehindertenbeauftragten Ulrich Hase an der Inklusionsquote ist deshalb mehr als berechtigt.

Die Quote ist vor allem eine politische Kampfzahl, mit der SPD, Grüne und SSW in Bildungsschlachten ziehen. Die Quote sagt aber nichts darüber aus, wie gut oder schlecht behinderte Schüler gefördert werden und in der Regelschule zurechtkommen.

Hase steht mit seiner Kritik nicht allein. Auch bei vielen Lehrern hält sich die Begeisterung darüber, dass Schleswig-Holstein mit einer Quote von inzwischen mehr als 70 Prozent zu den Spitzenreitern in Deutschland gehört, in engen Grenzen. Der Ausbau der Inklusion wurde vom Land nicht ausreichend mit Lehrerstellen unterfüttert. Deshalb täuscht die tolle Quote auch darüber hinweg, dass einige behinderte Schüler im Klassenverband überfordert sind, unter Schulfrust leiden und auf dem Pausenhof abseits stehen. Inklusion sieht anders aus.

Was die Schulen brauchen, ist zum einen eine Atempause. Zum anderen muss das Land endlich ein vernünftiges Inklusionskonzept erarbeiten. Hier gibt es bisher nur einige Ansätze, unter anderem viele Stellen für preiswerte Schulassistenten. Besser wäre es gewesen, Sonderpädagogen anzuheuern. Das Geld hätte dann zwar nur für weniger Personal gereicht. Aber leider ging auch hier Quantität vor Qualität.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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