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Ulf B. Christen zum Mitgliederschwund bei der Nordkirche

Kommentar Ulf B. Christen zum Mitgliederschwund bei der Nordkirche

Fast 500 Jahre nach dem Beginn der Reformation hat sich der Wind gedreht. Die Nachfolger Martin Luthers haben im einst erzprotestantischen Schleswig-Holstein nur noch knapp die Hälfte der Bevölkerung hinter sich. Damit hat die evangelische Kirche bis auf Weiteres den Anspruch verwirkt, für die Mehrheit der Schleswig-Holsteiner zu sprechen. Das wird Wellen bis ins Landeshaus schlagen. Dort gibt es schon jetzt Stimmen, althergebrachte Privilegien der Nordkirche zu überprüfen.

Kiel. Die historische Zäsur kam nicht aus heiterem Himmel. Die evangelische Kirche in Schleswig-Holstein schrumpft seit Jahrzehnten. Ein Ende des Abwärtstrends ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: In der Nordkirche gelten die Schleswig-Holsteiner weiterhin als besonders glaubensstark, weil es in den beiden anderen Bundesländern noch düsterer aussieht. In Hamburg sind inzwischen weniger als 30 Prozent in der evangelischen Kirche, in Mecklenburg-Vorpommern sogar weniger als 20 Prozent. Das ist kaum noch Volkskirche, sondern fast schon Diaspora.

 Viele Kirchenfunktionäre wirken angesichts des langsamen Niedergangs ungewohnt ratlos. Ihnen sei gesagt: Ein Wunder wird es nicht geben. Die Kirche selbst muss die Trendwende einleiten. Sie muss ihr Profil als Glaubensgemeinschaft schärfen und hat dazu gute Gelegenheit. 2017 ist das Jubiläumsjahr der Reformation.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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