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Ulf B. Christen zum Rechtspopulismus in Dänemark

Kommentar Ulf B. Christen zum Rechtspopulismus in Dänemark

Was ist bloß aus dem hyggeligen Dänemark geworden? Das einst weltoffene und liberale Königreich lässt sich immer neue Maßnahmen einfallen, um Flüchtlinge abzuschrecken. Der harte Kurs ist auf den ersten Blick unverständlich, zumal unser Nachbarland in diesem Jahr bisher nur knapp 14 000 Flüchtlinge einquartiert hat. Zum Vergleich: Schleswig-Holstein, das nur halb so viele Einwohner wie Dänemark zählt, hat bislang rund 40 000 Menschen aufgenommen.

Auf den zweiten Blick wird deutlich, warum im Königreich ein derart kalter Wind weht. Bei den Folketingwahlen in diesem Jahr ist die rechtspopulistische Dansk Folkeparti mit mehr als 20 Prozent zur zweitstärksten Kraft aufgestiegen. Die Hardliner tolerieren die liberal-konservative Minderheitsregierung und drücken ihr in der Flüchtlingspolitik den Stempel auf. Armes Dänemark.

Die Anti-Flüchtlingspolitik könnte Folgen haben. In diesen Wochen laufen die Buchungen für die Sommerhäuser an. Und an Jütlands Westküste drücken sich die Norddeutschen bisher die Klinke in die Hand.

Der Rechtsruck unserer Nachbarn sollte allerdings kein Grund sein, sich auf die eigenen Schultern zu klopfen. Auch Deutschland schließt langsam die Schotten. Auch hierzulande sind Rechtspopulisten auf dem Vormarsch. Auch bei uns ist der Sommer des Willkommens einem kühlen Herbst gewichen. Und wenn die Flüchtlingswelle nicht abebbt, droht uns ein dänischer Winter.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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