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Ulf B. Christen zur Energiebilanz

Kommentar Ulf B. Christen zur Energiebilanz

Die Energiewende ist oft belächelt und noch häufiger als Öko-Rohrkrepierer kritisiert worden. Die vom Statistikamt Nord gestern vorgelegte Bilanz für 2014 belegt das Gegenteil. In Schleswig-Holstein kommt erstmals mehr Strom aus Wind, Sonne und Biomasse als aus der Atomkraft. Und schon in diesem Jahr wird sich Schleswig-Holstein statistisch betrachtet selbst mit Strom versorgen. Wir sind also auf einem guten Weg. Die Energiewende kann gelingen.

Die Erfolgsgeschichte hat allerdings einen Haken. Die Strom-Statistik belegt auch eindrucksvoll, wie immens der Aufwand für die Öko-Zukunft und wie hoch der Wendepreis für Mensch und Natur ist. Die landesweit etwa 2700 Windrotoren, die 560 Biogas- und die vielen tausend großen und kleinen Photovoltaikanlagen erzeugen zusammen gerade mal ein bisschen mehr Strom als das Atomkraftwerk Brokdorf. Dessen Restlaufzeit nähert sich dem Ende. Der Mega-Meiler soll Ende 2021 abgeschaltet werden.

Dieser Ausstiegstermin sollte der Statistik zum Trotz nicht in Frage gestellt, sondern wenn möglich sogar vorgezogen werden. Brokdorf läuft seit 1986 zwar vergleichsweise problemlos. Ein Störfall ist aber immer möglich. Die Atomkraft bleibt ein Tanz auf dem Vulkan, der sich übrigens bei aller Effektivität gesamtgesellschaftlich nicht rechnet. Atomstrom ist teurer als Öko-Energie. Oder andersherum: Die Energiewende samt Ausstieg aus der Atomkraft wird sich letztlich auch für den Verbraucher auszahlen.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Statistikamt Nord
Foto: Erneuerbare Energien haben in Schleswig-Holstein die Atomkraft als Hauptquelle in der Stromproduktion abgelöst.

Auf diesen Tag hat die Öko-Branche mehr als 30 Jahre gewartet. Am Donnerstag gab das Statistikamt Nord bekannt, dass in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr erstmals mehr Strom aus Wind, Sonne, Biogas & Co erzeugt wurde als mit Hilfe der Atomkraft.

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