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Ulf B. Christen zur Feiertagsregelung

Kommentar Ulf B. Christen zur Feiertagsregelung

Der Landtag hat es sich in der Feiertagsdebatte nicht leicht gemacht und am Ende eine knappe wie kluge Entscheidung getroffen. Das bisher strenge Veranstaltungsverbot an den drei stillen Tagen wird nur ein bisschen gelockert. In der Nacht zum Karfreitag darf länger gefeiert werden, und an den Abenden des Volkstrauertages und des Totensonntags sind Disco oder Oper jetzt auch gesetzlich erlaubt.

Das Parlament hat den Feiertagsschutz damit der vielerorts gängigen Praxis angepasst. Dieser Schulterschluss mit der Realität war überfällig, und er wurde mit Augenmaß vollzogen. Die Kernzeiten der Feiertage bleiben still, und zwar aus Rücksicht auf viele Menschen, die still der Gestorbenen oder der Kreuzigung Jesu Christi gedenken wollen.

Der moderate Feiertags-Kompromiss und vor allem die nur aufgrund eines Patts gescheiterte Radikallösung zeigen zugleich, dass die christliche Prägung des norddeutschen Alltags weiter schwindet. Das verwundert nicht. Die Säkularisierung macht insbesondere der evangelischen Kirche zu schaffen. Sie verliert Jahr für Jahr Mitglieder und damit an gesellschaftlicher Bedeutung.

Hardcore-Kirchenkritiker würden den Feiertagsschutz am liebsten ganz schleifen. Das ist konsequent, wirft aber die Frage auf, warum an einem Karfreitag die Arbeit weiter ruhen soll. Dasselbe gilt für Weihnachts- und Ostertage. Aus dem Abschied von christlichen Werten folgt zwangsläufig die Abschaffung der christlichen Feiertage.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

Nur Karfreitag bleibt ganz still

Der strenge Schutz der drei stillen Feiertage wird in Schleswig-Holstein etwas gelockert. Nach zwei Jahren Streit beschloss der Landtag gestern nach einer beherzten Debatte, die Veranstaltungsverbote am Karfreitag, am Volkstrauertag und am Totensonntag von bisher zusammen 64 auf nur noch 52 Stunden zu verringern.

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