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Ulf B. Christen zur G9-Rückkehr

Kommentar Ulf B. Christen zur G9-Rückkehr

Die Jamaika-Koalition läuft mit ihrem millionenschweren Hilfsprogramm für künftige G9-Gymnasien offene Türen ein. Anders als noch im Sommer gedacht, gibt es bisher an keinem der betroffenen 88 G8-Gymnasien den ernsthaften Versuch, eine Mehrheit für den Erhalt des Turbo-Abis zusammen zu bekommen.

Dieser unerwartet deutliche Siegeszug von G9 hat allerdings eine gefährliche Folgewirkung. Er könnte schon im nächsten Jahr zu Lasten der Gemeinschaftsschulen einen riesigen Run auf die Gymnasien auslösen und so das Schulsystem in Schleswig-Holstein in Schieflage bringen.

 Dieses Szenario ist den Schulpolitikern von CDU, Grünen und FDP wohl bekannt. Umso erschreckender ist, dass die Jamaika-Koalition keine Notfallpläne in der Schublade hat. Stattdessen schiebt insbesondere die CDU anderen den Schwarzen Peter zu. Den Gymnasien, die Schüler ja abweisen könnten. Oder den Kommunen, die als Schulträger ja über Kapazitätsgrenzen die Notbremse ziehen könnten. Beides ist absurd: Gymnasien freuen sich über jeden Schüler, weil daran die Zuweisung von Lehrerstellen hängt. Und jeder Stadtpolitiker wird es sich vor der Kommunalwahl im Mai zweimal überlegen, ob er die Gymnasien ausbremst und Proteste frustrierter Eltern riskiert.

 Kurzum: Jamaika hat G9 nicht zu Ende gedacht und sollte den Blindflug schleunigst beenden. Ein erster Schritt wäre ein Hilfsprogramm für die Gemeinschaftsschulen gewesen. Schade, dass die zusätzlichen Schul-Millionen nur in die Gymnasien fließen.

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