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Ulf B. Christen zur Gottesbezug-Initiative

Kommentar Ulf B. Christen zur Gottesbezug-Initiative

Die Pro-Gott-Volksinitiative hat sich kräftig selbst gefeiert – und dazu auch allen Grund. Die Gottesstreiter haben in Rekordzeit so viele Unterschriften gesammelt wie vor ihnen nur die Gegner der Rechtschreibreform vor fast 20 Jahren.

Die Initiative hat damit in der zunehmend gottlosen Welt ein Zeichen für den Glauben gesetzt. Dass dies überkonfessionell geschah, hat einen besonderen Wert. Es ist wahrlich nicht alltäglich, dass Juden und Muslime, Protestanten und Katholiken gemeinsam und friedlich für eine Sache streiten.

Die Initiative steht jetzt dicht vor dem Ziel, dem nachträglichen Einbau einer Gottesformel in die Landesverfassung. Im Landeshaus wird bereits nach einer Formulierung gesucht, die sowohl Gott-Anhänger als auch Gott-Gegner gerade noch mittragen können. Der Wille zu einem solchen Kompromiss ist da. Und deshalb wäre es auch kein Wunder, wenn der Landtag im zweiten Anlauf doch noch die Gotteskurve kriegt und das möglicherweise sogar kurz vor Weihnachten.

Der absehbare Erfolg der Pro-Gott-Streiter kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie auf verlorenem Posten kämpfen. Gerade die evangelische Kirche verliert rasant Mitglieder. Schon jetzt dürften die Religionsgemeinschaften einen Volksentscheid über Gott verlieren. Und spätestens die übernächste Landesverfassung wird vermutlich ganz ohne Gott auskommen.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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