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Ulf B. Christen zur Notunterkünft für Flüchtlinge

Kommentar Ulf B. Christen zur Notunterkünft für Flüchtlinge

Zwischen Neumünster und Lübeck liegen keine 70 Kilometer, in der Flüchtlingspolitik aber Welten. Die Stadt an der Schwale beherbergt bereits die größte Erstaufnahme-Einrichtung des Landes und macht angesichts eines erwarteten Ansturms von Asylbewerbern kurzerhand Platz in einer Sporthalle. Die Stadt an der Trave hat eine Erstaufnahme abgelehnt und zeigt ihre Solidarität mit Flüchtlingen vor allem in Sonntagsreden.

Mit dem beherzten Einsatz in Neumünster steigt der Druck auf die Landesregierung. Innenminister Studt muss sein Versprechen einlösen und schnellstmöglich die Übergangseinrichtungen in Kiel und Eggebek in Betrieb nehmen. Das würde Neumünster entlasten. Zeitgleich muss Studt die Pläne für die Erstaufnahmestellen in Kiel wie Flensburg vorantreiben und zügig über einen Standort für die angekündigte dritte Großeinrichtung entscheiden. Bleibt es beim Lübecker Sperrfeuer, dann muss Heide ran.

Die bisher große Hilfsbereitschaft ist allerdings nicht selbstverständlich. Wenn bis Jahresende wirklich weitere 15000 Flüchtlinge kommen, muss noch so manche Sporthalle geräumt werden. Ministerpräsident Albig wäre deshalb gut beraten, wenn er eine Kernforderung von Kommunen wie Neumünster oder Lübeck erfüllt – und sich endlich dafür einsetzt, dass etwa Wirtschaftsflüchtlinge aus sicheren Balkanländern ohne Asylchance abgeschoben werden und so Platz für Menschen in größerer Not machen.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Flüchtlingsansturm
Foto: Weil in der zentralen Erstaufnahmestelle des Landes am Wochenende überraschend ein Ansturm von rund 300 Flüchtlingen erwartet wird, hat die Stadt Neumünster einen Krisenstab eingerichtet.

Die Situation bei der Unterbringung von Flüchtlingen spitzt sich zu: Für das Wochenende werden im Land rund 300 zusätzliche Asylbewerber erwartet. Um sie unterbringen zu können, stellt die Stadt Neumünster erstmals eine Sporthalle als Notunterkunft zur Verfügung.

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