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Ulf B. Christen zur Stallpflicht

Kommentar Ulf B. Christen zur Stallpflicht

Umweltminister Robert Habeck steckt bei der Geflügelpest in einer Zwickmühle. Als oberster Seuchenbekämpfer darf er die Stallpflicht nur aufheben, wenn die Vogelgrippe ausgestanden ist.

Als Spitzengrüner muss er die Kasernierung des Federviehs so schnell wie möglich beenden, weil die Vögel leiden, viele Hobby-Halter auf den Barrikaden stehen – und zu allem Überfluss die Landtagswahl vor der Tür steht.

Der Minister hat gestern deshalb einen gewagten Polit-Spagat hingelegt. Der Seuchenbekämpfer stellte klar, dass es angesichts zahlreicher neuer Pestopfer vorerst bei der Stallpflicht bleibt. Der Spitzengrüne kündigte an, die Schutzmaßnahmen bald zu lockern und Geflügel nur noch in Risikogebieten einzusperren. Dieses Konzept hatte sich vor zwei Jahren bewährt. Damals blieb Schleswig-Holstein von der anderswo grassierenden Vogelgrippe verschont.

Der Umweltminister kann nur hoffen, dass es in den nächsten Tagen und Wochen keine weiteren Pestfälle gibt oder sie sich zumindest auf die geplanten Risikogebiete konzentrieren. Dann könnte der Seuchenbekämpfer das Versprechen einlösen, das er als Spitzengrüner gemacht hat. Andernfalls wird es für Habeck heikel. Eine Lockerung der Stallpflicht bei unveränderter Seuchenlage wäre ein reines Vabanquespiel. Sollte das Virus sich erneut ausbreiten und große Bestände befallen, wäre Habeck politisch gescheitert – und das sowohl als Seuchenbekämpfer wie als Spitzengrüner.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Lockerung der Stallpflicht
Foto: Hartmut Stegemann, Chef vom Hof Postkamp in Altenholz, weist seine Kunden mit Zetteln in den Kartons darauf hin, dass er im Moment keine Eier aus Freilandhaltung anbieten kann. Seine Legehennen müssen wie viele andere Tiere im Land wegen der Geflügelpest-Verordnung im Stall bleiben.

Die Regierung will die landesweite Stallpflicht für Geflügel demnächst lockern. Das kündigte Umweltminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwoch in Kiel an.

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