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Ulf B. Christen zur UKSH-Reform

Kommentar Ulf B. Christen zur UKSH-Reform

Die Regierung schlägt mit der späten Reform der Hochschulmedizin den richtigen Weg ein. Das Land muss seinen Uni-Medizinern und seinem Uni-Klinikum auf die Finger schauen und notfalls auch hauen können. Das geht nur, wenn die Politik den medizinisch-universitären Komplex stärker reguliert.

Kiel. Die Liste der Missstände ist lang. Die Zwangsfusion der Kliniken in Kiel und Lübeck zum UKSH liegt schon mehr als zehn Jahre zurück, ist in einigen Bereichen aber bis heute nicht umgesetzt. Das Land leistet sich so nach wie vor teure medizinische Doppel-Strukturen. Eben deshalb muss das Land endlich die Befugnis erhalten, Standort-Konflikte zu entscheiden.

Aufs Korn nimmt die Regierung übrigens auch die gut dotierten Chefarztverträge am UKSH. Das Land will die Laufzeit der Verträge begrenzen und nicht mehr jeden neuen Professor in den exklusiven Club aufnehmen. Auch das ist überfällig. Das UKSH ist aufgrund der Luxus-Verträge, die altgedienten Top-Medizinern schon mal mehr als einer Million Euro im Jahr bescheren, statistisch die Klinik mit den bestbezahlten Ärzten bundesweit.

Wer solche Fehlentwicklungen beenden will, muss mit Gegenwind rechnen. Die Unis Kiel und Lübeck sowie das UKSH werden alles versuchen, um sich vom Land so wenig wie möglich reinregieren zu lassen. Es bleibt die Hoffnung, dass die Regierung trotz naher Landtagswahl vor einem Krach mit den Medizinern nicht zurückschreckt und ihren Worten auch Taten folgen lässt.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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