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Ulrich Metschies zu Caterpillar

Kommentar Ulrich Metschies zu Caterpillar

Als der US-Konzern Caterpillar 1997 die MaK-Motorenfertigung übernahm, da standen in Kiel-Friedrichsort 1600 Mitarbeiter in Lohn und Brot. Nach der jüngsten Abbauwelle wird hier noch knapp die Hälfte beschäftigt sein.

Kiel. Mit einem schmerzhaften Sparprogramm nach dem andern versucht das Unternehmen auf einem Markt zu bestehen, der schwieriger kaum sein könnte. Caterpillar baut super Motoren, gar keine Frage. Auch Kreuzfahrt-Marktführer wie Aida und Carnival wissen das zu schätzen. Doch das hilft wenig, wenn die Nachfrage ausgerechnet in dem Bereich zum Erliegen kommt, in dem Kieler Entwicklungen besonders glänzen, nämlich bei den mittelgroßen Schiffsmotoren für Containerfrachter, Tanker und Offshore-Fahrzeuge.

Noch schlanker werden, noch besser, noch effizienter – das ist seit Jahren die Devise von Caterpillar, um den Konkurrenten MAN und Wärtsilä Paroli zu bieten. Zu dieser Strategie gehörte 2014 auch die Verlagerung der Motormontage von Kiel nach Rostock und China. Damals wurden mehr als 230 Stellen gestrichen, nun sollen es noch einmal 46 sein. Es wäre unfair, der Unternehmensspitze dumpfes Kostensenken vorzuwerfen. Mit Hochdruck arbeitet man an noch sparsameren und umweltfreundlicheren Motoren für Schiffe und Kraftwerke. Doch eine Zukunft hat der Standort Kiel mit seinen 150 Jahren Geschichte nur dann, wenn irgendwo am Horizont schwarze Zahlen auftauchen. Zuletzt hat der Mutterkonzern in Frankreich und Belgien gezeigt, dass er nicht lang fackelt, wenn das Ergebnis nicht stimmt.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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