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Ulrich Metschies zu Windenergie

Kommentar Ulrich Metschies zu Windenergie

Den Ausbau der Windenergie mit dem der Netze synchronisieren, den volkswirtschaftlichen Wahnsinn der Zwangsabschaltung von Öko-Kraftwerken beenden und den Anstieg der EEG-Umlage umkehren: Das sind die wesentlichen Ziele, die die Bundesregierung mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes verfolgt.

Doch immer mehr wird deutlich, dass die Politik in Berlin nicht nur einen Fadenriss der Energiewende riskiert, sondern dass er längst geschehen ist.
Es hört sich zwar gut an, wenn die Kosten pro Kilowattstunde in den bisherigen Ausschreibungsrunden auf 4,9 Cent gedrückt werden konnten. Das Problem ist nur, dass völlig unklar ist, wie viele der zum Zug gekommenen Projekte tatsächlich auch realisiert werden.
Denn mit den Privilegien für sogenannte Bürgerenergiegesellschaften sichert das neue EEG keineswegs die viel beschworene Akteursvielfalt, sondern begünstigt Geschäftemacher, die ganz legal weit vorangeschrittene Vorhaben aus dem Markt kicken: mit fingierten Bürgergesellschaften, noch nicht genehmigten Projekten und einer Kalkulation, die auf einer Technik basiert, die noch erfunden werden muss. Verglichen mit dieser Fehlentwicklung, das hat sich auf der Husum Wind deutlich gezeigt, sind die schleswig-holsteinischen Planungsprobleme als Bremsklotz für die Energiewende vergleichsweise harmlos.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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