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Ulrich Metschies zu den Klagen gegen VW

Kommentar Ulrich Metschies zu den Klagen gegen VW

Recht haben und Recht bekommen, das sind bekanntlich zwei sehr unterschiedliche Dinge. Vor allem, wenn man als einsam kämpfender Endverbraucher gegen einen Weltkonzern antritt.

Die Amerikaner, die haben es da leichter. Das US-Produkthaftungsrecht ist so gestrickt, dass sich auch große Player warm anziehen müssen, wenn die auf zigmillionenschwere Sammelklagen spezialisierte Anwaltsmaschinerie das Recht von Verbrauchern verletzt sieht und mit der Aussicht auf gigantische Schadenersatzzahlungen immer mehr vermeintlich Geschädigte ins Boot holt.

 Weil der VW-Konzern das weiß, zahlt er den vom Abgasskandal betroffenen US-Kunden freiwillig eine Entschädigung. Deutsche Fahrzeugeigentümer hingegen speisen die Wolfsburger mit der Aussicht auf schnelle Nachrüstung ab. Begründung: Ein Rechtsanspruch auf Schadenersatz sei nicht erkennbar.

 Diese Arroganz befeuert Unternehmen wie den Hamburger Rechtsdienstleister Myright. Natürlich ist der kein Robin Hood für VW-Geschädigte, sondern ein Wirtschaftsbetrieb, der Geld verdienen will. Das jedoch ist kein Grund, das Werben um „Sammelkläger“ als Geschäftemacherei abzustempeln. Myright bietet VW-Kunden eine Option, an ihr Recht zu kommen. Ein Verbündeter gegen die Übermacht also. Den kann man wählen, aber man muss es nicht.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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