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Ulrich Metschies zum HSH-Nordbank-Verkauf

Kommentar Ulrich Metschies zum HSH-Nordbank-Verkauf

Zeitdruck ist nie gut, wenn man etwas verkaufen muss. Somit ist die Privatisierung der HSH Nordbank, zu der die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein von Brüssel verdonnert wurden, ein maximal stressiges Unterfangen.

Zumal die Schifffahrtsmärkte, für die die Bank einst wichtigster Geldgeber war, nach wie vor in der Flaute stecken. Und auch sonst ist das Marktumfeld für Banken nicht gerade verlockend. Kann es unter diesen Bedingungen überhaupt gelingen, bis Ende Februar 2018, also in nur 281 Tagen, einen Investor zu finden und damit eine Abwicklung zu verhindern?

Es kann. Drei Gründe sprechen dafür, dass es am Ende eine Lösung gibt, mit der alle Beteiligten gut leben können. Erstens: Nach einem harten Sanierungsprogramm ist aus einem Fass ohne Boden ein Unternehmen geworden, das wieder Geld verdient, und zwar nicht zu knapp. Die sogenannte Kernbank ist hochinteressant für ausländische Investoren, die auf dem deutschen Bankenmarkt Tritt fassen wollen. Zweitens: Ja, dieser Markt ist schwierig, doch er hat die Chance, nach massiven Strukturveränderungen neu durchzustarten. Und nach dem Ausscheiden der Briten aus der EU wird Deutschland auf dem europäischen Finanzmarkt massiv an Bedeutung gewinnen. Drittens: Nein, die HSH-Abbaubank ist kein Verkaufsschlager. Doch auch für Schrott-Portfolien gibt es einen Markt. Der Verkaufsprozess ist so flexibel gestaltet, dass Interessenten für beides zum Zuge kommen können: für die gute und für die schlechte HSH Nordbank.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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