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Ulrich Metschies zum Stellenabbau bei Senvion

Kommentar Ulrich Metschies zum Stellenabbau bei Senvion

Schleswig-Holstein, das Energiewende-Land. Das will nicht den Rohstoff Wind verschleudern, so wie ein Entwicklungsland seine Rohstoffe auf dem Weltmarkt.

Schleswig-Holstein will durch Innovationen im ökologischen Energiemanagement Wertschöpfung im Land halten, Arbeitsplätze schaffen, Wohlstand generieren. Dieser industriepolitische Ansatz der Landesregierung hat am Montag einen herben Rückschlag erlitten. Denn mit Senvion hat nicht irgendein Unternehmen einen Stellenabbau und die Verlagerung von Produktion ins Ausland angekündigt, sondern ein Windkraftanlagenbauer, der seine Wurzeln in Schleswig-Holstein hat und der seinen Aufstieg auch der Unterstützung im Norden verdankt. Dass das Land dem Unternehmen die Ansiedlung in Osterrönfeld einst mit einer Millioneninvestition in den Rendsburger Hafen schmackhaft machte? Offenbar längst vergessen.

Wachsender Wettbewerbsdruck und die verschlechterten Perspektiven auf dem deutschen Markt machten den Stellenabbau und das Aus für den Standort Husum unvermeidlich – behauptet der Senvion-Vorstand. Doch das ist die Rechtfertigungsrhetorik eines von Finanzinvestoren ferngesteuerten Managements. Stimmt: Einfacher geworden ist der deutsche Windanlagen-Markt nicht durch die Reform des Erneuerbaren Energiegesetzes. Und auch der Wettbewerbsdruck ist Fakt. Doch wenn die Antwort auf solche Herausforderung Kahlschlag lautet, dann, kann man nur sagen: Pfui, das gehört sich nicht!

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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