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Ulrich Metschies zur HSH-Nordbank

Kommentar Ulrich Metschies zur HSH-Nordbank

Da werden einem großen Schuldner gewaltige Kreditbeträge erlassen, um eine Pleite zu verhindern und so zumindest den Löwenanteil der ursprünglichen Forderungen eintreiben zu können.

Nein, trotz gewisser Parallelen soll hier nicht vom Fall Uthoff und dem tragischen Scheitern einer Oberbürgermeisterin die Rede sein, sondern von der HSH Nordbank. Die hat nämlich, wie jetzt erst bekannt wurde, finanziell bedrängten Reedereien fast 800 Millionen Euro an Schulden erlassen – in der Hoffnung, dass deren Schiffe so wieder in Fahrt kommen und zumindest einen Teil ihrer Finanzierungskosten am Markt verdienen.

 Auch wenn es verharmlosend klingt: So ein Entgegenkommen – eines, von dem Otto-Normal-Kreditnehmer nur träumen kann – ist ziemlich normal im Finanzgeschäft, wenn Schuldner schlicht zu groß sind, als dass man sie einfach untergehen lassen könnte. Doch in diesem Fall ist der Erlass aus zwei Gründen brisant. Erstens: Über mehr als eine halbe Milliarde Euro darf sich ein einzelner großer Reeder freuen. Und zweitens: Den Erlass hat die Nordbank innerhalb des Kreditportfolios gewährt, das in diesem Sommer in das Eigentum der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein wechselte. Ein Schuldenerlass auf Kosten der Steuerzahler? Diese Frage drängt sich auf. Doch die Antwort heißt: Nein. Denn ob die Bank ihren Schrott aufräumt oder die Länder es tun, ist egal. Beim Steuerzahler landet die Rechnung so oder so.

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Da werden einem großen Schuldner gewaltige Kreditbeträge erlassen, um eine Pleite zu verhindern und so zumindest den Löwenanteil der ursprünglichen Forderungen eintreiben zu können.

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