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Ulrich Metschies zur HSH-Nordbank

Kommentar Ulrich Metschies zur HSH-Nordbank

Schallend laut ist die Ohrfeige, die der BGH dem Hamburger Landgericht versetzt hat. Eine ganze Riege von HSH-Spitzenbankern sei 2014 vom Verdacht der Untreue freigesprochen worden, obwohl das Ausmaß von Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit dem unseligen „Omega“-Geschäft nicht ausreichend geprüft worden war.

Aua, das schmerzt. Nun geht’s denen also doch noch an den Kragen, mag mancher denken. Und auch in der Landespolitik macht sich Genugtuung breit. Schließlich müssen doch diejenigen, die das Milliarden-Desaster um die HSH Nordbank zu verantworten haben, auch strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden.

Natürlich: Wenn die früheren Vorstände einschließlich Dirk Jens Nonnenmacher grobe Verfehlungen begangen haben, dann muss es Konsequenzen geben. Gut, dass nun eine andere Strafkammer noch einmal ganz genau hinsehen soll, was 2007 passiert ist. Dabei geht es aber auch in der zweiten Auflage dieses Verfahrens nicht um Strafe für ungezügelte Banker-Gier. Aufzuarbeiten ist vielmehr die juristisch heikel zu beurteilende Frage, ob das damalige Führungsgremium gegen seine Sorgfaltspflichten verstoßen hat.

Für die Bank selbst, die in Sachen Transparenz inzwischen vorbildlich agiert, kommt die Neuauflage des Prozesses zur Unzeit. Bis Ende Februar 2018 muss ein Käufer gefunden sein. Das wird nicht leichter, wenn vor Gericht schon wieder die finstere Vergangenheit durchleuchtet wird.

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Ulrich Metschies
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