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Ulrich Metschies zur HSH-Nordbank

Kommentar Ulrich Metschies zur HSH-Nordbank

Wie gefährlich ist die HSH für unsere Sparkassen? Wer sich von Finanzministerin Monika Heinold im Landtag Klarheit erhofft hatte, sah sich enttäuscht. Nun wäre es naiv gewesen, etwas anderes zu erwarten.

 So wenig die Risiken einer Abwicklung für die Mehrheitseigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein kalkulierbar sind, so unrealistisch wäre es, zum jetzigen Zeitpunkt eine belastbare Folgeabschätzung für die zwölf Sparkassen im Land auf die Beine zu stellen, die zwar nur noch fünf Prozent der HSH-Aktien halten, jedoch mit satten 18 Prozent für Anleihen haften, die noch unter die Gewährträgerhaftung fallen.

 Für ihre Beteiligung an der einstigen Landesbank hat die Sparkassenfamilie schwer bluten müssen. In den vergangenen zehn Jahren mussten die Institute im Norden annähernd 800 Millionen Euro in den Wind schreiben. Ob es noch dicker kommt, hängt davon ab, welches von drei möglichen Szenarien Realität wird. Gelingt der Verkauf, dann sind die Sparkassen raus aus der Nummer, könnten vielleicht sogar für ihre Aktien eine nette Summe erlösen. Stellt die HSH mangels Kaufinteressent ihr Neugeschäft ein und verwaltet einfach nur noch ihre Vermögenswerte, wäre das für die Sparkassen immer noch entspannt. Brenzlig könnte es bei einem Schlussakkord nach dem Sanierungs- und Abwicklungsgesetz werden. Dann ginge es um Themen wie Forderungsverzicht und die Umwandlung von Fremd- in Beteiligungskapital. Wie heftig den Sparkassen das weh täte, weiß heute niemand.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Immer nur Krise, das macht keinen Spaß. Tatsächlich ist es auch so, dass es für die HSH Nordbank auch eine Welt neben dem drohenden Abwicklungsszenario gibt – das tägliche Geschäft nämlich.

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