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Von Ulf B. Christen zu den Schulassistenten

Kommentar Von Ulf B. Christen zu den Schulassistenten

In der Landespolitik kommt es immer mal wieder vor, dass eine Regierung ein Projekt nicht zu Ende denkt oder es handwerklich vergeigt. Der Pfusch bei den Schulassistenten ist allerdings aus mehreren Gründen beispiellos. Das beginnt beim Geburtsfehler der neuartigen Hilfskräfte.

Ihre Einführung, die immerhin 13,2 Millionen Euro im Jahr kostet, wurde vor fast einem Jahr in einer Nacht- und Nebelaktion beschlossen, obwohl es kein Konzept gab.

Die damalige Schulministerin Waltraud Wende konnte das Projekt nicht voranbringen, ihre Nachfolgerin Britta Ernst wollte das PR-Herzstück der rot-grün-blauen Inklusionspolitik nicht beerdigen. Im Gegenteil: Obwohl schon vor Wochen klar war, dass die Kreise die Assistenzkräfte nicht beschäftigen wollen und damit eine Hilfslösung aus einer Hand nicht möglich ist, beharrte Ernst auf dem Starttermin im Sommer. Sinnvoll wäre es gewesen, die gesamte Aktion um ein Jahr zu verschieben und den Spott der Opposition zu ertragen. Die Angst vor dem Pranger ist aber bis heute größer als die politische Vernunft.

Die Zeche zahlen viele Lehrer, Eltern und insbesondere behinderte Kinder. Das neue Trägermodell kann allenfalls in Kiel und anderen kreisfreien Städten funktionieren. Sie haben bereits die Regie über die Schulbegleiter und könnten diese zusammen mit den Schulassistenten gezielt einsetzen. In vielen Gemeinden sind solche Pool-Lösungen nicht möglich. Dort müssen Eltern sich die Füße wund laufen, damit verschiedene Behörden ihrem Kind helfen.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Schleswig-Holstein
Foto: In welchem Umfang Städte, Verbände und das Land die Schulassistenten übernehmen werden, wollte Ernst noch nicht prognostizieren.

Die Landesregierung hat bei ihrem wichtigsten Inklusionsprojekt gerade noch die Kurve gekriegt: Nach einer Einigung mit den Kommunen kündigte am Freitag Schulministerin Britta Ernst (SPD) an, dass die Lehrkräfte in allen 400 Grundschulen in Schleswig-Holstein nach den Sommerferien von Schulassistenten unterstützt werden.

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