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Kommentar Bastian Modrow zum Digitalfunk

Die Einführung des digitalen Polizeifunks ist in Schleswig-Holstein eine nicht enden wollende Serie von Pleiten und Pannen. Seit Ende der 1990er Jahre auf Bundes- und Länderebene geplant, sollte die abhörsichere Technik ursprünglich flächendeckend zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 genutzt werden. Ein Ziel, das klar verfehlt wurde und das seither bestenfalls etappenweise erreicht wurde.

Zumindest die Polizei im Land funkt seit gut eineinhalb Jahren digital. Mit teils immensen Abstrichen, auch wenn die Verantwortlichen im Innenministerium das nicht hören wollen. Aber statt weiter neue Hiobsbotschaften von der funkenden Polizeibasis zu beschönigen, geht das Land die Defizite nun offensichtlich offensiv an, räumt personelle wie technische Defizite ein und drängt darauf, einen Kooperationsvertrag mit den in puncto Funktechnik weit besser aufgestellten Kollegen in Niedersachsen einzugehen.

Die Offerte aus Hannover sollte schleunigst angenommen werden – und zwar nicht allein aus Kostengründen, sondern um hierzulande einen drohenden technischen Gau abzuwenden. Nichts wäre schlimmer und letztlich auch gefährlicher, als wenn das komplette System zusammenbricht, sobald auch Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst vom analogen System aufs digitale Netz umschalten.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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Schleswig-Holstein
Foto: Seit Ende 2013 nutzt die Landespolizei flächendeckend das digitale Funksystem.

Der Digitalfunk in Schleswig-Holstein steht vor einer gewaltigen Belastungsprobe: Ab Herbst sollen nach der Polizei schrittweise auch Feuerwehren, Rettungsdienste und Katastrophenschutz die neue Technik nutzen. Das Innenministerium räumt nun im Bereich der Funkmessungen personelle und materielle Probleme ein und wirbt aktiv für eine vom Land Niedersachsen initiierte Kooperationsvereinbarung.

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