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Eckernförde Norbert Webers Projekt Nemo
Lokales Eckernförde Norbert Webers Projekt Nemo
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06:09 08.10.2018
Von Cornelia Müller
Norbert Weber hat besondere Stellung in der nordischen Kunstszene. Die Monotypie-Arbeit nahm nach Begegnungen mit Walter Stöhrer besondere Fahrt auf. Dessen Platten und Drucke hütet Weber mit Achtung und Dankbarkeit. Quelle: Cornelia D. Mueller
Eckernförde

Freudig öffnet er die Tür. Über 40 Jahre Kunstzentrum wollen wir reden. Aber Weber zieht ein Büchlein über portugiesische Kaffeezubereitung hervor. „Espresso ist nicht Espresso. Das ist ein Curto“, sagt er.

In den Mundwinkeln zuckt es spitzbübisch, als er die Tassen abstellt. „So ist das hier“, setzt er hinzu. „Ich stolpere immer in neue Felder.“ Und wir sind mittendrin.

Kunstgeschichte studiert er damals in Mainz. Das humanistische Elternhaus argwöhnt, er werde sich brotlos verzetteln. „Da hab ich Betriebswissenschaft angefangen“, plaudert er aus. „Schrecklich.“

Künstler Peter Nagel aus Kiel gab den Anstoß zur Selbstständigkeit

In der Kunstdruckerei, in der er arbeitet, begegnet er 1975 dem Künstler Peter Nagel aus Kiel. Weber spürt, dass ihm das Handwerkliche liegt.

Nagels Satz „Komm doch nach Norden!“ ist Signal. In Revensdorf eröffnet er bei einem Freund seine Kupferdruckerei. 1978 bahnt sich die Story von Nemo am Strand an.

Das ehemalige Boothaus gehört der Stadt. Die Schwester der Grafikerin Ingrid Schmeck betreibt in Borby eine Galerie und sucht einen Mitstreiter, um das jetzt der Kultur gewidmete Haus zu mieten.

1978 vermietet die Stadt Eckernförde das Bootshaus für die Kunst

Weber entflammt dafür, sieht seine Radierwerkstatt darin. „Dem kulturellen Leben Impulse geben“ ist den Mietern aufgetragen. Als Schmeck 1980 fortzieht, taucht im „kleinen Kulturzentrum“ Nemo empor.

Weil Weber reisend das Eigenleben zeitgenössischer nordischer Kunst durchdringt, wandelt sich seine Galerie zu ihrem europäischen Zentrum. Und Nemo erreicht neue Gestade.

„Umgeworfen hat mich in den 80ern in den USA das Experimentierfeld Monotypie“, erinnert sich Weber. Heute amüsiert ihn die Sprachlosigkeit, in die ihn Kunstdrucker Garner Tullis stürzte.

Raffael Rheinsberg und Walter Stöhrer ebnen den Weg zur Monotypie

„Radierplatten nach Einarbeiten der Farbe spontan übermalt und zum Unikat gedruckt. Das brachte meine Regeln durcheinander, nichts planbar.“ 1985 spielt Raffael Rheinsberg in Eckernförde das Spiel mit, wirft Lappen auf die Platte, lässt sie mitdrucken.

„Trotzdem blieb die Monotypie erstmal verschwunden“, räumt Weber ein. „Bis 1999 Walter Stöhrer kam. Initialzündung!“ Mit grobem Eisen ritzt er Platten, trägt Ölfarbe brutal auf. Künstler und Drucker verantworten das Ergebnis gemeinsam.

Walter Stöhrer starb im Jahr 2000. Die Monotypie ist in Nemos Werkstatt lebendiger denn je.

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