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Eckernförde Abtauchen in die Steinzeit
Lokales Eckernförde Abtauchen in die Steinzeit
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07:00 31.08.2018
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Mit einer Art Unterwasser-Staubsauger wird am Meeresgrund das feine Sediment abgesaugt. An Land wird es gründlich gesiebt. Quelle: J. Enzmann, NIhK, Wilhelmshaven.
Strande

Wo heute das Meer vor Strande und dem benachbarten Stohl schwappt, siedelten vor etwa 7000 Jahren noch Menschen. Die Jäger und Sammler der damaligen Zeit lebten gerne in Gebieten mit Buchten und Lagunen, erklärt Dr. Svea Mahlstedt: „Hanglage und Seeblick – das ist auch heute noch optimal“, sagt die 39-jährige Forschungstaucherin aus Niedersachsen. Sie unterstützt als Steinzeitexpertin das Projekt, dessen Leitung Dr. Martin Segschneider (52) vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung (NIhK) 2018 übernommen hat. Ziel ist auch eine Landschaftsrekonstruktion.

Siedlungsreste zufällig entdeckt

Der Kieler Jonas Enzmann (31), ebenfalls Forschungstaucher, kümmert sich im Rahmen seiner Dissertation um die archäologische Arbeit unter Wasser und die wissenschaftliche Aufarbeitung der Funde. Derzeit steht wieder die Arbeit unter Wasser im Mittelpunkt. Berufstaucher hatten die Siedlungsreste im Oktober 2011 zufällig entdeckt. Der Fundort liegt etwa einen Kilometer vor der heutigen Küstenlinie. Untersucht werden die Siedlungsreste und das Gebiet rundum. Vieles ist gut erhalten, erklärt Martin Segschneider.

Funde der Ertebølle-Kultur

Die Funde gehen auf die sogenannte Ertebølle-Kultur zurück. Entlang der Küste gibt es viele Fundorte aus dieser Zeit, erklärt Martin Segschneider: „Allerdings nur wenige mit organischen Erhaltungen“ – wie in Strande. Dort wurden 2012 bereits knapp 7000 Jahre alte Kieferfragmente entdeckt. Wie man mittlerweile weiß, stammen sie von mindestens zwei Frauen, die zwischen 20 und 26 Jahre alt waren. Bei den Tauchgängen im Frühjahr wurde zudem ein Hüftknochen entdeckt.

Wenig bekannt über die Jäger und Sammler

Über die teilsesshaften Sammler und Jäger ist noch nicht viel bekannt. „Deshalb füllt dieser Ort eine Forschungslücke“, sagt Martin Segschneider. Man weiß aber, dass sie mit vielfältigem Material gejagt haben – Aalstecher, Pfeil und Bogen, Netze. Sie lebten wohl in größeren Gruppen, bewegten sich in einem gewissen Gebiet und wechselten zwischen Sommer- und Winterlager. Etwa 4700 vor Christus wurde die Siedlung wohl aufgegeben, erklärt Martin Segschneider.

Gute Unterstützung in Strande

Die Forscher loben die große Unterstützung vor Ort. So konnten sie im Klärwerk ihre Basis für die Arbeit an Land einrichten und durften schon mal Funde im Garten des Strander Leuchtturmpavillons schlämmen.

Archäologen untersuchen den Meeresboden vor Strande und Stohl.
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