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Eckernförde Feuerwehr als Integrationsmotor
Lokales Eckernförde Feuerwehr als Integrationsmotor
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16:15 13.03.2018
Für einen Löschangriff sitzen die Handgriffe: Sohail Omidwar (links) aus Afghanistan und Rami Matar aus Syrien haben den Truppmann-Lehrgang bei der Gemeindefeuerwehr Altenholz bestanden.
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Altenholz

Die Erleichterung war den zwei Feuerwehrmännern nach dem Abschluss von Theorie und Praxis anzumerken. „Deutschland ist mein neues Land, ich möchte hier Leute kennenlernen und mein Deutsch verbessern“, begründete Rami Matar sein ehrenamtliches Engagement in der Ortswehr Knoop. Er kam vor zwei Jahren nach Altenholz, arbeitet nun als Softwareentwickler in Kiel. Auch Sohail Omidwar (18) sieht die Feuerwehr als Integrationsmotor. Er engagiert sich in der Ortswehr Altenholz. „Ich möchte Leute treffen, die Kultur kennenlernen und behilflich sein“, so der Gymnasiast.

Den Grundstein legte Georg Johan Willenborg (20) aus der Ortswehr Knoop. Auf Anregung des Studenten kam im vergangenen Sommer ein Info-Projekt der Feuerwehr für Flüchtlinge zustande. Seine Idee: Während die Brandbekämpfer durchaus Verstärkung gebrauchen können, freuen sich viele Flüchtlinge über eine sinnvolle Beschäftigung in der Freizeit. Ein Gewinn also für beide Seiten. Auch bei Friederike Hüsken, Flüchtlingskoordinatorin bei der Gemeinde Altenholz, stieß der Vorstoß auf Begeisterung. Gesagt, getan. Etwa 30 Flüchtlinge kamen zu einer Schnupper-Aktion. Zunächst signalisierten fünf von ihnen Interesse. „Einige haben später abgesagt, weil sie eine Arbeit gefunden hatten“, berichtete Hans-Jörg Stock, stellvertretender Gemeindewehrführer in Altenholz und Truppmann-Lehrgangsleiter.

Rami Matar und Sohail Omidwar blieben bei der Stange. Insgesamt sechs Anwärter absolvierten Stock zufolge den Truppmann-Lehrgang, der insgesamt 54 Stunden umfasst. Übrigens alle bestanden die Prüfung. „Man braucht die Ausbildung, um aufgenommen zu werden“, erklärte der Knooper Ortswehrführer. Auf dem Lehrplan standen unter anderem der Umgang mit dem Löschschlauch, technische Hilfeleistung, Werkzeug-, Material- und Fahrzeugkunde. „Es ist allerhand, was sie machen müssen“, sagte der 59-Jährige. In der praktischen Prüfung sollten die Anwärter einen Löschangriff aufbauen.

Tragkraftspritze? Steckleiter? Oder C-Hohlstrahlrohr? Ohne ausreichende Deutschkenntnisse ist der Lehrgang nicht zu meistern. Doch Rami Matar und Sohail Omidwar verfügen schon über beachtliche Sprachkenntnisse. Zudem schnappten beide bei Übungsdiensten bereits Grundbegriffe auf. „Wir nehmen sie nicht als Geflüchtete wahr, sondern als Kameraden“, betonte Willenborg, der mit Matar befreundet ist. Einen Einblick in die hiesige Kultur gab es zudem auf der Weihnachtsfeier oder beim Treffen mit dem Schützenverein. „Es wurde auch ein zweiter Grill angeschafft, weil einige Flüchtlinge kein Schweinefleisch essen“, so Willenborg, der Islamwissenschaften studiert. 

Gerade bei dem jungen Sohail Omidwar stellt Flüchtlingskoordinatorin Hüsken seit dessen Engagement in der Feuerwehr eine erfreuliche Entwicklung fest: „Er war vorher eher schüchtern“, so die 34-Jährige. Jetzt trete der Afghane selbstbewusster auf. Im Sommer ist laut Willenborg wieder ein Info-Abend für Flüchtlinge geplant.

Von Jan Torben Budde

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