Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Eckernförde Keine Angst vor früher Mehrsprachigkeit
Lokales Eckernförde Keine Angst vor früher Mehrsprachigkeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:17 27.10.2018
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Kindergarten-Leiterin Anke Lilienthal-Schmiedel (links) und Uta Fischer wollen beim Thema frühe Mehrsprachigkeit Ängste abbauen. Die Awo-Kita in Altenholz beteiligt sich auch am Bundesprogramm Sprach-Kitas. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Altenholz

Vormittags in der Awo-Kita im Ortsteil Klausdorf. Angela Kuhnert (62) und Guy Griffiss (44), beide englische Muttersprachler, hocken mit Kindern auf dem Boden. Begleitet von erklärenden Gesten singt die Gruppe das Lied „Incy wincy spider“, das von einer kleinen Spinne handelt. Englisch ist in diesem Kindergarten seit 1996 Alltag. Vier „native speakers“ – je einer pro Elementargruppe – sprechen nur in ihrer Muttersprache mit dem Nachwuchs. Sprachbad oder Immersion heißt dieser Ansatz.

Jeder lernt im Sprachbad

Wobei dieser eigentlich nichts Besonderes ist: „So lernen wir alle Sprachen – auch die Muttersprache“, erklärt Uta Fischer vom Verein „Frühe Mehrsprachigkeit an Kitas und Schulen“. Das sei für Kinder normal und überfordere sie nicht. Dennoch kennt die frühere Rektorin der benachbarten Claus-Rixen-Schule die Sorge, ob Nachwuchs, der mehrsprachig aufwächst, am Ende gar keine Sprache richtig beherrscht. Doch diese Furcht sei nachweislich unbegründet.

Mehrsprachigkeit - eine Frage des Blickwinkels

Dabei hängt der Blick auf die Mehrsprachigkeit oft vom Umfeld ab, verdeutlicht die 70-Jährige. So werde diese an einer internationalen Schule, zum Beispiel in der Bankenmetropole Frankfurt/Main, „hochgeschätzt“. In Kiel-Gaarden gelte sie hingegen oft als „hochproblematisch“.  Gerade türkischen Kindern werde oft eine „doppelte Halbsprachigkeit“ vorgeworfen, weiß sie: „Aber es gibt keinen Menschen, der ausgewogen mehrere Sprachen spricht.“

Zu Hause die Herzenssprache

Anke Lilienthal-Schmiedel (55) ist Leiterin der Awo-Kita in Altenholz, Früher habe man Eltern mit Migrationshintergrund erklärt: „Ihr müsst mit euren Kindern Deutsch reden.“ Doch die Forschung habe gezeigt, dass das nicht so sei: „Jetzt empfiehlt man, zu Hause die Herzenssprache zu sprechen.“ Uta Fischer ergänzt: „Je besser die Erstsprache ausgebildet ist, desto besser lernt sich die nächste Sprache.“ Auch Vorlesen und Singen sei wichtig – und allgemein eine positive, wertschätzende Haltung zur Mehrsprachigkeit. „Früh, viel und reichhaltig“: Das seien wichtige Faktoren bei jeder Sprachentwicklung. Dabei hilft in Altenholz die Fortsetzung des bilingualen Angebots in Grundschule und Gymnasium.

Es gibt immer noch Vorbehalte

Im Kindergarten beobachtet Lilienthal-Schmiedel begeistert, „wie schnell“ die Kinder in die Mehrsprachigkeit hineinwachsen. Dennoch erlebt sie bei Eltern häufig Vorbehalte. „Und wenn es Probleme gibt, werden die oft auf die Zweisprachigkeit zurückgeführt“ – obwohl diese in der Regel nicht Auslöser sei. Und in der Zeit der Globalisierung sei Mehrsprachigkeit immer wichtiger, betont Uta Fischer.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Museum Eckernförde und die Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft widmen dem großen Literaten der Stadt eine Sonderausstellung: Zum 50. Todestag des Schriftstellers Wilhelm Lehmann sind einzigartige Exponate zusammengetragen worden, von denen zahlreiche Stücke erstmals zu sehen - und zu hören - sind.

Tilmann Post 27.10.2018
Eckernförde Stadthalle in Eckernförde - Buchtipps von der Literaturexpertin

Zum 15. Mal stellte NDR-Kulturredakteurin Annemarie Stoltenberg auf Einladung der Eckernförder Buchhandlung am Gänsemarkt ihre persönliche Bücherliste vor. Zwanzig Titel, Romane, Krimis und Sachbücher, hatte sie im Gepäck. 300 Zuhörer genossen den Abend und machten sich eifrig Notizen.

Manuela Schütze 26.10.2018

Der Gettorfer SC müsste nach dem Punktgewinn beim Spitzenreiter Husumer SV mit breiter Brust in sein Heimspiel der Fußball-Landesliga Schleswig gegen den MTSV Hohenwestedt gehen. Der Eckernförder SV hingegen will beim abgeschlagenen Schlusslicht Schleswig 06 den nächsten Dreier einfahren.

26.10.2018