Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Eckernförde Viele Zweifel am Konzept fürs Zentrum
Lokales Eckernförde Viele Zweifel am Konzept fürs Zentrum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:25 30.11.2018
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Gut 120 Besucher waren zur Diskussion über das Verkehrskonzept für Stift gekommen. Am Ende hatten sich die Reihen allerdings deutlich gelichtet. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Altenholz

Gut 120 Besucher kamen in die Aula des Stifter Gymnasiums. Es waren vor allem Menschen, die im Sanierungsgebiet der Städtebauförderung oder in Fußweite leben, ergab eine Umfrage des Moderators Manuel Gottschick. Bürgermeister Carlo Ehrich wies auf einige der vielen Mängel im Stifter Ortszentrum hin: Dazu gehörten unter anderem die fehlende Barrierefreiheit, ein Mangel an Querungsmöglichkeiten und das hohe Tempo der Autos.

Weiterentwicklung der ersten Idee

Es gehe darum, Rückmeldungen der Einwohner zu verschiedenen Aspekten zu bekommen, erläuterte der Moderator – auch schriftlich an Stellwänden: „Das geht schneller, und es traut sich auch jeder.“ Stadtplaner Stefan Escosura betonte, es gehe um die Weiterentwicklung der ersten Idee für den zentralen Ostpreußenplatz als Treffpunkt anhand der realen Umstände: „Wir brauchen solche Gespräche.“ Er hatte Foto-Beispiele aus anderen Kommunen mitgebracht, in denen sich Mischverkehr auch mit höheren Nutzungszahlen bewährt habe. Das habe zum Beispiel in Bad Bramstedt zu besseren Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radler geführt.

Kritik an Pflasterflächen

„Das ist genau das, was ich hier nicht sehen möchte“, sagte Wiebke Freudenberg von der Initiative „Gemeinsam für Stift“ zu den in der Tat sehr steinlastigen Flächen. „Sie vernichten Versickerungsflächen“, vermisste sie Klima-Aspekte: Und Grünflächen würden in Hitzeperioden auch kühlen. Viele, die sich zu Wort meldeten, zweifelten, ob die Mischfläche und die Verschwenkung der Straße Ostpreußenplatz überhaupt sinnvoll sei. Es sei für Radler und Fußgänger viel gefährlicher, die Fahrbahn mit Autos zu teilen als, wie bisher, für jeden eigene Wege zu haben: Auch diese Sorge war oft zu hören. Doch auch Probleme in Nebenstraßen waren Diskussionsthema.

Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer

Stefan Escosura erklärte, es gehe doch um die Frage, wie man den zentralen Platz in Stift betrachtet: „Wollen wir den wirklich aus dem Blickwinkel eines Autos betrachten – oder aus dem eines Fußgängers und Radlers?“ Auch das sei eine zentrale ökologische Frage. Er versicherte mehrfach, dass das Konzept offen für Grünflächen sei. „Die roten Flächen in den Plänen sind nicht zwangsläufig versiegelt?“, hakte Moderator Gottschick nach. „Ja“, versicherte der Stadtplaner.

Mehr Querungsmöglichkeiten

Verkehrsplaner Michael Hinz erläuterte, dass Radler und Fußgänger in einem offenen Raum „besser in den Blinkwinkel der Autos“ fallen. Zudem böte das Konzept viel mehr Querungsmöglichkeiten als bisher. „Wir müssen auch bereit sein, es für Autofahrer etwas schwieriger zu machen“, warb der Bürgermeister für den offenen Platz. Von der Aufenthaltsqualität profitiere auch der Einzelhandel, erklärte Stefan Escosura.

Debatte über Bushaltestelle

Einwohnerin Helga Tewes schlug vor, die möglichen neuen Gebäude für Läden weiter weg von den Turmhäusern zu platzieren. Mareile Klieme von den Turmhaus-Bewohnern kritisierte die Verlegung der Bushaltestelle ins Zentrum: „Das wäre eine große Belastung für uns.“

Kosten werden gedrittelt

Wer zahlt überhaupt für die kostenträchtige Umgestaltung des Ortszentrums, wollte eine Frau wissen. „Letztlich der Steuerzahler“, sagte Carlo Ehrich: Städtebauförderung bedeutet, dass Bund, Land und Kommune die Kosten zu je einem Drittel tragen. Aber es gehe schließlich darum, ein lebendiges Zentrum zu schaffen.

Infoveranstaltung zum Verkehrskonzept
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde will beim Personal nicht mehr so sparsam sein. Seit Jahren glänzt die Verwaltung von Landrat Rolf-Oliver Schwemer mit den geringsten Kosten für die Mitarbeiter unter allen Kreisen des Landes. Das bleibt so, doch der Abstand zum Durchschnitt soll nun verringert werden.

Tilmann Post 29.11.2018

Wie stellen sich die Eckernförder Bürgerbeteiligung vor? Rund 60 Interessierte hatten sich für Mittwochabend zur Auftaktveranstaltung des Leitlinienprozesses gemeldet. An acht Tischen im Ratssaal und in der Bürgerhalle wurden eifrig Ideen zum Wie, Warum und Wann von Bürgerbeteiligung gesammelt.

Christoph Rohde 29.11.2018

"2018 war ein schweres Jahr für die Eichhörnchen.“ Diese Bilanz zieht Moni Rademacher. Deshalb hatten die Leiterin der Eckernförder Schutzstation und ihr Team viel zu tun. „185 Eichhörnchen wurden bei uns aufgenommen. Das ist Rekord“, so Rademacher beim Jahresabschlussgespräch.

Rainer Krüger 29.11.2018